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Apple: Starker Anstieg bei Anfragen zur nationalen Sicherheit

Im Transparenzbericht zu Informationsanfragen staatlicher Stellen führt Apple auf, dass die National Security Requests der US-Regierung deutlich zugenommen haben. Den größten Anteil stellen weiterhin Ermittlungsanfragen zu gestohlenen Geräten.

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Mac & i
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Apple hat im zweiten Halbjahr 2015 erheblich mehr Verfügungen der US-Regierung zur nationalen Sicherheit (National Security Requests) erhalten als bisher. Dies geht aus dem jüngsten Transparenzbericht des Konzerns zu Informations- und Ermittlungsanfragen von staatlichen Stellen hervor. Die Zahl der Anfragen lag zwischen 1250 und 1499 und betraf zwischen 1000 und 1249 Benutzerkonten. Genauere Angaben dürfe man nicht veröffentlichen, betont Apple – welche Daten jeweils preisgegeben wurden, bleibt offen.

Im ersten Halbjahr 2015 lag die Zahl der Anfragen zur nationalen Sicherheit noch bei 750 bis 999 in Bezug auf zwischen 250 und 499 Accounts – der vorherige Höchststand. Im Gesamtjahr 2014 gab es nach Apples Angaben zwischen 250 und 748 derartige Ersuche. Anfragen zum Zugriff auf "Massendaten" habe es weiterhin nicht gegeben.

Der allergrößte Teil der Anfragen von Strafverfolgern steht aber im Zusammenhang mit gestohlenen und verlorenen Geräten, bei denen es um Kontaktinformationen zum Besitzer und Geräteaktivitäten gehe. Die bei weitem höchste Anzahl an Anfragen kam auch im zweiten Halbjahr 2015 wieder aus Deutschland. In gut der Hälfte der Fälle habe man "bestimmte Daten" herausgegeben, schreibt Apple.

Nur ein kleiner Anteil der staatlichen Informationsanfragen zielt auf Benutzerkonten ab und reicht hin bis zur Anordnung auf die Herausgabe von bei iCloud gespeicherten Daten, etwa Kontakte, E-Mails oder Geräte-Backups, die auch iMessage-Nachrichten umfassen können. In Deutschland habe es 130 Anfragen zu 150 Benutzerkonten gegeben – in rund der Hälfte der Fälle wurden "bestimmte Daten" herausgegeben. Zugriff auf iCloud-Inhalte gab Apple nach eigener Angabe in diesem Zeitraum aber nur in Brasilien und den USA.

Auf einen Durchsuchungsbeschluss hin räumt der Konzern Strafverfolgern mitunter Zugriff auf iCloud-Daten ein: Diese liegen zwar verschlüsselt auf Apples Servern, der Konzern ist aber in Besitz des Schlüssels. Berichten zufolge erwägt der iPhone-Hersteller, die Verschlüsselung des Dienstes zu erweitern. Insgesamt seien weniger als 0,006 Prozent aller Kunden im Jahr 2015 von Anfragen staatlicher Stellen betroffen gewesen, führt das Unternehmen an. (lbe)