"Apple-Steuer": Inhalteanbieter müssen künftig angeblich weniger abgeben

30 Prozent des im App Store erzielten Umsatzes behält Apple bekanntlich ein. Einem Bericht zufolge will der iPhone-Hersteller den Eigenanteil senken – allerdings nur für bestimmte Medienunternehmen.

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(Bild: dpa, Peter Kneffel)

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Apple beabsichtigt, von der bestehenden starren 70/30-Umsatzaufteilung in den hauseigenen digitalen Vertriebskanälen abzurücken. Dies berichtet die Financial Times. Der IT-Konzern verhandle mit Medienunternehmen darüber, den oft als "Apple-Steuer" bezeichneten Anteil zu verringern. Bisher beträgt er 30 Prozent. Die Änderung gelte allerdings nicht für den App Store allgemein, schränkt die Wirtschaftszeitung ein, sondern speziell für Abonnement-Angebote, die über Apple TV oder Apples in iOS integrierten Zeitungskiosk vertrieben werden.

Dass für Inhalteanbieter wie HBO Now oder Netflix auf Apple TV eine geringere Umsatzbeteiligung gilt, ist schon seit April im Gespräch – angeblich behält Apple hier nur 15 Prozent des Monatspreises ein. Ansonsten müssen Inhalteanbieter seit rund sieben Jahren stets 30 Prozent ihres Nettoumsatzes, den sie im App Store oder über Apples In-App-Bezahlschnittstelle erwirtschaften, an den iPhone-Hersteller abgeben.

Unklar bleibt, ob die geplante Änderung auch für Musik-Streaming-Dienste gilt. Konkurrenzdienste wie Spotify müssen entweder einen höheren Abo-Preis für Kunden veranschlagen, wenn diese ihr Abonnement direkt in der App buchen oder aber Verluste hinnehmen, wenn sie den gängigen Preis von 10 Dollar ansetzen – schließlich behält Apple davon 30 Prozent ein. Der hauseigene Musik-Streaming-Dienst des iPhone-Herstellers, der voraussichtlich am Montagabend vorgestellt wird, dürfte ebenfalls 10 Dollar pro Monat kosten – die Konkurrenten sehen sich benachteiligt.

Auch Entwickler hoffen seit längerem, dass Apple von der 70/30-Aufteilung abrückt – zumindest für kleinere Entwickler oder Anbieter. (lbe)