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Apple TV+: Apple protokolliert Sehgewohnheiten

Die Erfassung detaillierter Nutzungsdaten soll unter anderem der Verbesserung der TV-App dienen – und für Werbe-Targeting.

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(Bild: fongbeerredhot/Shutterstock.com)

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Apple speichert im Detail, wie Nutzer den neuen Streaming-Dienst TV+ und die TV-App einsetzen. Der Konzern erfasst dabei etwa, welche Serien und Spielfilme wiedergegeben wurden und protokolliert auch, mit welchem Gerät die Wiedergabe erfolgt und an welchen Stellen pausiert oder das Abspielen ganz gestoppt wird.

Im Unterschied zu anderen Diensten des Konzerns wie Apple News, bei dem Leseaktivitäten mit einer Zufalls-ID verknüpft werden, speichert die TV-App Sehgewohnheiten ebenso wie Einkäufe zusammen mit der Apple-ID des Nutzers, wie Apple in den aktualisierten Datenschutzbestimmungen der TV-App aufführt, die auch den Anfang November gestarteten Streaming-Dienst Apple TV+ umfasst. Auch Geräteinformationen, Betriebssystemversion und weitere Gerätedaten wie etwa der verfügbare Speicherplatz werden erhoben, so Apple weiter.

Die "persönlichen Informationen" zu Sehgewohnheiten werden unterschiedlich lange aufbewahrt, merkt Apple an – je "nach den Geschäftsanforderungen, Vertragspflichten und gesetzlichen Vorschriften". Für Käufe und Downloads würden die Daten beispielsweise für 10 Jahre gespeichert. Nicht personenbezogenen Daten zu Sehgewohnheiten könne Apple außerdem mit "strategischen Partnern" teilen, heißt es weiter in den Datenschutzbedingungen.

Apple TV+ (14 Bilder)

Apples Streaming-Angebot Apple TV+ startet am 1. November. Unter anderem hat Apple die Weltraumserie "For all Mankind" angekündigt.

Die Datensammlung soll der Verbesserung der App dienen und die Empfehlungen für weitere Inhalte für den jeweiligen Nutzer anpassen, schreibt Apple. Nutzer können die standardmäßig aktivierte Personalisierung der Inhalte in den iOS-Einstellungen unter "TV" / "Wiedergabeverlauf verwenden" abschalten.

Zudem ist es Nutzern möglich, den Wiedergabeverlauf zu löschen: Das ist innerhalb der TV-App in der Account-Ansicht mit dem Button "Wiedergabeverlauf löschen" möglich. Dadurch soll auch die Verknüpfung des Wiedergabeverlaufs mit der Apple-ID aufgehoben werden. Man bewahre jedoch "Datensätze zum Wiedergabeverlauf" wegen "lizenz- und berichtsrelevanter Vorschriften auf", heißt es weiter.

Das Kauf- und Download-Verhalten von TV-Serien und Spielfilmen in der TV-App fließt außerdem in Apples Werbe-Targeting für Banner im App Store (und Apple News sowie Aktien-App) ein. Mit den Informationen werden Zielgruppen gebildet, die "mindestens 5.000 Personen umfassen", so Apple weiter.

Umfassende Nutzerprofile, die mehrere Dienste überspannen, sollen durch die Sammlung der detaillierten Daten nicht gebildet werden, betont der Konzern auf seiner aktualisierten Datenschutzseite. Apples Software-Chef hatte die oft gängige Zentralisierung von Daten jüngst erst scharf kritisiert: Man könne die Privatsphäre der Nutzer nur schützen, wenn "die Daten gar nicht erst gesammelt und zusammengeführt" würden. (lbe)