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Apple Watch, Apple TV und HomePod: Updates bringen neue Funktionen

Mit den neuen Betriebssystemen watchOS 5 und tvOS 12 sowie der neuen HomePod-Firmware liefert Apple zahlreiche größere und kleinere Verbesserungen aus.

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watchOS 5

Zusammen mit iOS 12 für iPhone und iPad hat Apple am Montagabend auch System-Updates für Apple Watch, Apple TV sowie HomePod veröffentlicht. watchOS 5 setzt mindestens eine Apple Watch Series 1 voraus. Auf der allerersten, 2015 eingeführten Generation der Computer-Uhr lässt sich das neue System nicht installieren. Auf dem iPhone muss bereits iOS 12 laufen, damit man das Update über die Watch-App herunterladen und einspielen kann.

Mit watchOS 5 erfasst die Apple Watch automatisch, wenn der Träger Sport macht und erinnert daran, eine passende Trainingseinheit in der App Aktivität zu starten. Die Erkennung klappt allerdings nur bei bestimmten Sportarten: dem Joggen, Gehen, Schwimmen sowie dem Training auf Rudermaschine oder Crosstrainer. Wer häufiger vergisst, Trainingseinheiten auf der Uhr zu stoppen oder zu pausieren, kann sich darüber genauso informieren lassen.

Bestimmte Bewegungsabfolgen soll die Apple Watch nun automatisch erkennen und das Starten einer Trainingseinheit anbieten.

(Bild: Apple)

Speziell für Läufer gibt es weitere Neuerungen: Dazu zählen Pace-Alerts, die beim Unter- und Überschreiten einer als Ziel definierten Geschwindigkeit informieren.

Neu ist auch die Anzeige der aktuellen Schrittfrequenz sowie die „Rolling Mile“ respektive der „rollenden Kilometer“: Diese zeigen die Pace für die gerade zurückgelegten 1000 Meter an. Für die Aktivitätsarten Wandern und Yoga hat Apple in watchOS 5 spezielle Workouts in der Trainings-App hinzugefügt, die ein besseres Erfassen der populären Aktivitäten versprechen. Beim Wandern werden nun außerdem – wie bislang schon beim Laufen und Gehen – die Werte zu bewältigten Höhenmetern berücksichtigt.

Wer Aktivitäten mit einem befreundeten Apple-Watch-Besitzer teilt, kann diesen zu Wettbewerben herausfordern, um sich gegenseitig anzuspornen. Der Wettbewerb erstreckt sich über einen Zeitraum von sieben Tagen. Wer am Ende durch das Schließen der drei Ringe (Bewegen, Trainieren und Stehen) am meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt – und erhält eine digitale Auszeichnung.

Der Safari-Unterbau WebKit wird Bestandteil von watchOS. Das macht es zum ersten Mal möglich, HTML-Mails auf der Uhr einzusehen sowie URLs in iMessage-Nachrichten zu öffnen. Eine eigene Browser-App gibt es weiterhin nicht.

watchOS 5 (6 Bilder)

Auch für watchOS gibt es Updates.

Die neue Walkie-Talkie-App erlaubt einen direkten Sprechkontakt zu ausgewählten Personen. Das hatte Apple schon 2015 für die erste Apple Watch vorgesehen, damals aber stillschweigend wieder gestrichen. Wie beim Funkgerät braucht man nur einen Knopf auf dem Display zu drücken und loszusprechen. Die Nachricht wird dem gewünschten Kontakt sofort übermittelt, vorausgesetzt, man hat diesen dafür freigeschaltet.

Die neue Podcasts-App synchronisiert sich mit der iOS-Version. Bestehende Podcast-Abonnements sind mitsamt der neuesten Episoden also auch auf der Uhr verfügbar, wo man sie an der letzten Abspielposition weiterhören kann. Zudem lassen sich Podcast-Folgen direkt auf die Uhr streamen.

Sprachbefehle will watchOS 5 schneller entgegennehmen: Die Aktivierungsfloskel „Hey Siri“ entfällt auf der Apple Watch auf Wunsch. Stattdessen reicht es, das Handgelenk zu heben und sofort loszusprechen.

Das im vergangenen Jahr frisch eingeführte Siri-Ziffernblatt liefert mit watchOS 5 neue Daten, darunter beispielsweise den Ruhepuls im Anschluss an ein Workout. Es umfasst außerdem die in iOS 12 neuen Siri-Shortcuts.

Mit Version 5 macht Apple die Watch einen weiteren Schritt unabhängiger vom iPhone: Zum ersten Mal kann man die Uhr direkt mit einem fremden WLAN verbinden, ohne dass dieses dem iPhone schon bekannt sein muss. Das Einbuchen erfolgt direkt über die Einstellungen der Apple Watch.

Ebenso wie iOS 12 fasst auch watchOS 5 die Mitteilungen einer App zusammen.

(Bild: Apple)

Eingehende Mitteilungen werden wie in iOS 12 gruppiert, beispielsweise nach App oder einer Messenger-Konversation. Das schafft auf dem kleinen Uhren-Display mehr Übersicht. Ebenso wie auf dem iPhone kann man nervende Mitteilungen stummschalten oder direkt unterbinden.

Die neue Version von watchOS bringt außerdem eine zentrale, aus iOS bekannte Funktion auf die Uhr: Mitteilungszentrale und Kontrollzentrum stehen überall – also auch in allen Apps – zur Verfügung und nicht länger nur bei Wischgesten vom Ziffernblatt aus. Nutzer sind zudem in der Lage, das Kontrollzentrum umzustellen.

Mit tvOS 12 unterstützt das Apple TV 4K erstmals die Surround-Sound-Technik Dolby Atmos. Bestimmte, im iTunes-Store bezogene Filme sollen das Audioformat automatisch und ohne Aufpreis ausliefern, auch nachträglich.

Nutzern soll es außerdem leichter fallen, die TV-Box im Breitbandnetz ihres Anbieters in Betrieb zu nehmen und Zugang zu allen gebuchten TV-Diensten zu erhalten. Sie müssen dafür nicht die Login-Daten in jeder App umständlich neu eingeben. Diese "Zero-Sign-On" genannte Technik wird vorerst nur in den USA und nur bei einem Kabelanbieter verfügbar sein. Wann sie nach Deutschland kommt, ist unklar.

Ein neuer Bildschirmschoner zeigt Aufnahmen der Erde – von der Raumstation ISS aus.

Vom iPhone mit iOS 12 aus lassen sich bereits gespeicherte Zugangsdaten leichter in Apps auf dem Apple TV mit tvOS 12 eingeben: Der iCloud-Schlüsselbund stellt hierfür das passende Kennwort bereit, das sich durch Antippen bequem einfügen lässt.

tvOS 12 enthält einen neuen Bildschirmschoner mit Videos von der Erde, die von der Raumstation ISS aus gefilmt wurden. Wer ein Hausautomationssystem von Control4 oder Crestron (sowie dem in Deutschland wohl weniger bekannten Hersteller Savant) einsetzt, kann es zum Steuern des Apple TV verwenden.

Apple hat außerdem das versprochene Update für den Siri-Lautpsrecher HomePod veröffentlicht. Es lässt sich über die Home-App des iPhones beziehen und liefert bislang fehlende Funktionen nach: Nutzer können damit nun mehrere Timer einreichten, Anrufe über den Lautsprecher führen und ein Tonsignal auf ihren anderen Apple-Geräten auslösen, um diese aufzufinden.

Mehr zum Thema:

  • Alle neuen Betriebssysteme mit sämtlichen Neuerungen im Detail stellt Mac & i in Heft 4/2018 (derzeit im Handel) ausführlich vor.
  • Viele Praxistipps, die zeigen, wie man die Neuerungen findet und ausreizt, bringt Mac & i in Heft 5/2018, das ab 4. Oktober erhältlich ist.

(lbe)