Menü
Mac & i

Apple bekommt Steuernachlass in Indien

Der Konzern hat begonnen, sein Einsteiger-iPhone in Bangalore zu bauen. Dafür darf er künftig Komponenten abgabenfrei importieren, wenn er bestimmte Benchmarks erfüllt.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 114 Beiträge
Tim Cook/Modi

Tim Cook mit dem indischen Regierungschef Modi.

(Bild: dpa, Government Of India/Handout)

Anzeige
Apple iPhone SE 16GB grau
Apple iPhone SE 16GB grau ab € 299,–

Für Apple ist Indien nach China der wichtigste Zukunftsmarkt – entsprechend versucht der Konzern, sich im zweitgrößten Land der Erde besser aufzustellen. Das scheint nun zu gelingen: Wie Reuters meldet, bekam der Konzern von staatlicher Seite das Angebot, Komponenten für Mobiltelefone abgabenfrei einzuführen. Apple hatte erst im Mai über seinen Auftragsfertiger Winstron mit dem Zusammenbau des Einsteiger-Smartphones iPhone SE im indischen Bangalore begonnen. Dies ähnelt der Strategie in China. Apple betreibt stets keine eigenen Fabriken.

Den neuen Steuer- beziehungsweise Zollvorteil soll Apple jedoch nur erhalten, wenn bestimmte Benchmarks erfüllt sind. Dazu gehört, die lokale Wertschöpfung auf längere Sicht zu steigern. Apple hatte schon angedeutet, seine Herstellung in Bangalore auszudehnen. Winstron hat seinen Hauptsitz in Taiwan. Der iPhone-Hersteller hatte zunächst versucht, 15 Jahre Steuerfreiheit für alle Komponenten-Importe zu erzielen, dies war von den zuständigen Ministerien aber abgelehnt worden.

Abgabenfreiheit soll es nur für Komponenten geben, die nicht in Indien hergestellt werden können. Apple soll nun in den nächsten drei, fünf, sieben und zehn Jahren jeweils mehr lokale Wertschöpfung erzielen – wenn die entsprechenden Kapazitäten in Indien geschaffen wurden. In der Industrie glaubt man, dass künftig bis zu 50 Prozent der Bestandteile von Smartphones aus Indien kommen könnten. Vollständig geeinigt haben sich Apple und die indische Regierung aber noch nicht.

Aktuell werden in Bangalore nur "kleine Mengen" des iPhone SE (ab 279 €) gefertigt. Sie sollten noch im Mai in den Handel kommen, hieß es. Dies soll unter anderem für niedrigere Preise sorgen, gleichzeitig aber auch Apple helfen, seine lokale Verkaufsinfrastruktur zu verbessern. So will Apple eigene Ladengeschäfte in Indien aufbauen, was aber nur geht, wenn ein gewisser Prozentsatz der Produkte auch in Indien hergestellt wird. Apple hat bereits eine Herstellung in Brasilien aufgebaut – auch aus Gründen der lokalen Gesetzgebung, die sonst zu deutlich höheren Preisen geführt hätte. (bsc)