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Apple bereinigt Shazam-App um Tracker

Das Musikerkennungstool ist mittlerweile reklamefrei – nun nimmt Aufkäufer Apple endlich auch Third-Party-SDKs raus.

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Shazam enthielt jede Menge Werbetracker.

(Bild: dpa, Daniel Bockwoldt)

User der populären App Shazam können sich über ein signifikant verringertes Nutzertracking freuen – zumindest wenn sie die iOS-Version nutzen. Die Firma hinter dem Tool zur Musikerkennung war im vergangenen Herbst für rund 400 Millionen US-Dollar von Apple übernommen worden. Der Konzern hatte schon damals angekündigt, Reklame aus der App zu streichen.

Wie nun der Fachdienst AppFigures herausgefunden hat, wurden auch zahlreiche der in der Anwendung enthaltenen SDKs von Reklame- und Research-Firmen entfernt. Dies soll mit dem letzten Update 12.8 passiert sein, das laut Herstellerangaben "Fehlerbehebungen und Leistungsverbesserungen" bringt.

Shazam enthielt bislang jede Menge Tracker. Dazu gehörten die zu Google gehörenden Werbenetzwerke AdMob und DoubleClick genauso wie Facebook (Analytics, Ads, Login), IAS, Moat, Mopub, Inmboi sowie Bolts. Alle entsprechenden SDKs sind laut AppFigures nun nicht mehr vorhanden oder ließen sich in der iOS-Version von Shazam zumindest nicht nachweisen. Das einzige noch vorhandene Fremd-SDK soll HockeyApp sein – ein Betatestwerkzeug, das mittlerweile zu Microsoft gehört. Es ist gut möglich, dass Shazam für diesen Bereich künftig auf Apples hauseigene TestFlight-Anwendung umsteigt.

Relativ unangetastet ließ Apple die in der Android-Version des Musikerkennungstools vorhandenen SDKs von Drittanbietern. Hier hat AppFigures unter anderem Bolts, Facebook Analytics, Butter Knife, Crashlytics, Fabric, Firebase, OTTO, Google Maps sowie OKHTTP festgestellt. Künftig weggelassen werden allerdings die Reklamenetzwerke Adcolony, Admob, Mopub sowie Facebook Ads – auch unter Android dürfte die Werbung in Shazam also ihr Ende finden.

Wie es mit Shazam für Android grundsätzlich weitergeht, ist nach wie vor unklar. Da Apple aber eine Android-Version von Apple Music anbietet, dürfte der Musikerkennungsdienst der Google-Plattform erhalten bleiben. Shazam dürfte hier künftig vor allem dazu dienen, Nutzer zu einem (Probe-)Abo zu locken, weil die Musikerkennung mit einer Anzeige der Verfügbarkeit eines Tracks in Apple Music verbunden ist. (bsc)