Menü

Apple dehnt Bann für Taiwan-Flaggen-Emoji aus

Mit einem iOS-13-Update hat Apple die Nationalflagge Taiwans vom Emoji-Keyboard jetzt auch in Hongkong getilgt. Es bleiben aber Schlupflöcher.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 87 Beiträge

In Hongkong fehlt die Nationalflagge neuerdings auf Apples Emoji-Tastatur.

Von

Mit System-Updates hat Apple den Bann für die Flagge Taiwans erstmals außerhalb von Kontinentalchina eingeführt: Die Emoji-Tastatur in iOS 13 zeigt seit Version 13.1.1 die Nationalflagge von Taiwan (Republik China) auch in den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau nicht mehr an, wie Nutzer bemerkten. Dies gilt ebenso für den Emoji-Auswähler von macOS 10.15 Catalina. Das Hissen der Flagge ist in Festlandchina verboten.

Auf in China gekauften iPhones wird die Flagge Taiwans seit langem komplett blockiert. Die Nationalflagge fehlt dort nicht nur auf der Tastatur, sondern sie wird gar nicht erst angezeigt. Die Blockadefunktion sorgte im vergangenen Jahr für einen Fehler, durch den sich iPhone-Messenger unter bestimmten Umständen zum Absturz bringen ließen – allein durch Zusenden des Taiwan-Flaggen-Emojis. Das Problem wurde von Apple gefixt, der Bann der Flagge für chinesische iPhones sowie iPhones mit den Regionseinstellungen "China, Festland" bleibt bestehen.

Das Versteckspiel um die Taiwan-Flagge greift in Honkong nicht ganz so strikt wie in Kontinentalchina: Das Emoji wird von Apples Betriebssystem weiterhin dargestellt, wird vom iOS-Keyboard beim Eintippen von "Taiwan" vorgeschlagen und lässt sich etwa per Kopieren und Einfügen verwenden, wie Emojipedia ausführt – all das geht in China nicht.

Um ein versehentliches Ausblenden der Flagge scheint es sich nicht zu handeln, die Flaggenblockade ist auch in der Beta von iOS 13.2 weiter vorhanden, wie Entwickler berichten. Apple hat sich zu der Angelegenheit bislang nicht geäußert.

Die Verlagerung von iCloud-Daten chinesischer Nutzer auf chinesische Server und der Rauswurf von VoIP-Apps in China haben dem Konzern erhebliche Kritik eingebracht. Apple betonte, man müsse sich an lokale Gesetze halten und es sei besser für die Nutzer, wenn man sich nicht aus dem Markt zurückziehe. In der vergangenen Woche sorgte die Ablehnung der App HKmap für Aufsehen, die Polizeiaktivitäten in Hongkong auf einer Karte darstellt – das sei illegal, hieß es ursprünglich. Apple ließ die App dann schließlich doch noch zu. (lbe)