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Apple drängt Nutzer zur Apple-Pay-Teilnahme

Mit iOS 11.3 bittet der Konzern seine User gleich beim ersten Start darum, eine Karte bei dem Bezahldienst zu hinterlegen. Wer dies nicht tut, bekommt ein rot markiertes Icon in den Systemeinstellungen zu sehen.

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Apple Pay auf dem iPhone X.

(Bild: Apple)

Apple hätte offensichtlich gerne mehr Teilnehmer bei seinem kontaktlosen Bezahldienst Apple Pay für iPhone, iPad und Apple Watch. Darauf lässt zumindest eine neue, aggressivere Strategie beim Setup-Prozess schließen, über die Nutzer nach der Aktualisierung auf iOS 11.3, das kurz vor Ostern erschienen war, klagen.

Ist die Aktualisierung abgeschlossen, werden die User zunächst durch verschiedene Bildschirme geführt – so wird etwa Apples neues Privatsphären-Icon erläutert. Hinzu gekommen ist aber auch ein eigener Apple-Pay-Screen, auf dem die Nutzer gebeten werden, doch eine Kreditkarte bei dem Service zu hinterlegen.

Auftauchen sollte dieser eigentlich nur in den Ländern, in denen Apple Pay bereits verfügbar ist – Deutschland gehört hier immer noch nicht dazu. Allerdings berichten auch Nutzer mit SIM-Karte aus Nicht-Apple-Pay-Regionen darüber, den Dialog nach dem iOS-11.3-Update vorgeführt bekommen zu haben.

Wer Apple Pay nicht nutzen möchte und das Setup dementsprechend abbricht, bleibt von Nachfragen allerdings nicht verschont: Das Icon der iOS-Systemeinstellungen erhält dann eine gut sichtbare rote Eins, die eigentlich verfügbare Updates signalisiert.

Bewegt man sich dann in die Einstellungen, ist ein prominenter Menüeintrag fast ganz oben zu sehen, über den man die Einrichtung des iOS-Geräts "abschließen" soll. Damit gemeint ist wiederum Apple Pay. Los wird man den Eintrag nur, indem man das Apple-Pay-Setup darüber startet und dann (erneut) abbricht. Anschließend dürfte Apple seine Nutzer nicht weiter mit dem Bezahldienst nerven.

Es ist unklar, warum Apple für Apple Pay mit iOS 11.3 aggressiver wirbt als zuvor. Der Dienst soll bei mobilen Zahlungen in den Ländern, in denen er verfügbar ist, angeblich einen Marktanteil von 90 Prozent haben – der wichtige Markt China dürfte hier aber kaum dazugehören.

Apples Taktik erinnert an eine ähnliche Strategie beim kostenpflichtigen Streaming-Dienst Apple Music, über das Nutzer in der Musik-App von iPhone und iPad prominent informiert werden. Aktuell hinkt Apple Music noch recht deutlich dem Hauptkonkurrenten Spotify hinterher. (bsc)