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Apple drückt bei Modem-Entwicklung aufs Gas

Künftig wird der Bau eigener Funktechnik für iPhone und Co. Teil der SoC-Teams von Chipboss Johny Srouji.

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iPhone X

Ein iPhone X, in dem noch ein Intel-Modem steckt.

(Bild: dpa, David Moir/AAP/Illustration)

Apple will sich bei Modemchips für das iPhone künftig weder auf Qualcomm noch auf Intel verlassen. Der Konzern hat seine Funktechnikabteilung intern höher aufgehängt: Das Modem Chip Engineering wird künftig Teil der Hardware Technology Group des Unternehmens, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Diese untersteht direkt Apples Chip-Chef Johny Srouji, der seit 2008 für die eigenen ARM-SoCs der A-Baureihe, die in iPhone und iPad stecken, verantwortlich zeichnet.

Über viele Jahre hat Apple die Modem-Chips für iPhone und iPad allein von Qualcomm bezogen. Mit dem Chipkonzern befindet sich Apple allerdings in einem intensiven Patent- und LIzenzrechtsstreit. In Deutschland wurde hierbei gar ein Verkaufsverbot für bestimmte iPhones erwirkt.

Apple ist daher mittlerweile zu Hardware von Intel übergegangen, doch dies war offenbar nur ein Zwischenstopp vor der Produktion eigener Funkprozessoren. Apple hatte bereits zuvor eine eigene Niederlassung am Hauptsitz von Qualcomm gegründet – wohl insbesondere, um dortige Mitarbeiter abwerben zu können.

An Funkmodems werkelt Apple schon seit mehreren Jahren. Die Entscheidung, die Abteilung unter Srouji zu konsolidieren, zeigt, wie wichtig dem Unternehmen schnelle Fortschritte sind. Zuvor war die Modem-Chip-Engineering-Gruppe Teil der Lieferkettenverwaltung, die Dan Riccio, dem für das iPad-, iPhone- und Mac-Engineering zuständigen Manager, untersteht.

Apple baut seit 2012 eigene System-on-Chip-Systeme (SoCs), die selbst gestaltete ARM-Kerne mit Grafikeinheiten (GPUs) kombinieren. Auch im Bereich der GPU-Technik hat sich Apple mittlerweile von Lieferanten verabschiedet und setzt auf eigene Grafikhardware. (bsc)