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Apple enttäuscht die Anleger trotz Rekord-Weihnachten

Das Geschäftsjahr beginnt für Apple mit dem Weihnachtsquartal – und das bedeutet in der Regel: mit guten Nachrichten. 2014 macht da keine Ausnahme, auch wenn die Bilanz nicht ganz ungetrübt ist. Und Tim Cook darf sich mal wieder über neue Rekorde freuen.

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55 Millionen verkaufte iPhones – um den Dreh lagen die meisten Prognosen für Apples Smartphone zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres, das in Cupertino mit dem Weihnachtsquartal beginnt. Alle rechneten mit einem neuen Rekord. Zum ersten Mal in seiner Geschichte war Apple mit gleich zwei neuen Smartphones und einem neuen iPad ins Weihnachtsgeschäft gegangen.

Das iPhone bleibt ein Bestseller.

(Bild: dpa, Justin Lane)

So ganz wurden die Analystenträume dann zwar nicht erfüllt, aber für ein paar Rekorde hat es noch gereicht. Apple hat im ersten Quartal 51 Millionen iPhones und 26 Millionen iPads verkauft. Damit hat das Unternehmen seinen Umsatz von 54,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal auf 57,6 Milliarden (42,1 Milliarden Euro) gesteigert. Der Reingewinn stagniert bei 13,1 Milliarden US-Dollar (9,6 Milliarden Euro). Pro Aktie legte der Gewinn von 13,81 auf 14,50 US-Dollar zu.

Während der iPhone-Absatz trotz des Anstiegs von knapp 48 auf rekordträchtige 51 Millionen die Analysten enttäuschen dürfte, konnte Apple bei den iPads von knapp 24 auf 26 Millionen Stück zulegen und die Erwartungen damit übertreffen. Auch bei den Macs zeigt der Kurve mit rund 4,8 Millionen Computern wieder nach oben (Vorjahresquartal 4 Millionen). Die große Zeit des iPod ist vorbei, dennoch gingen im Weihnachtsgeschäft noch gut 6 Millionen der Music-Player über den Ladentisch.

"Wir sind sehr zufrieden mit unseren Rekordverkäufen bei iPhone und iPad, dem starken Ergebnis unserer Mac-Produkte und dem kontinuierlichen Wachstum bei iTunes, Software und Services," kommentierte Tim Cook, CEO von Apple. „Wir lieben es die zufriedensten, treuesten und engagiertesten Kunden zu haben und wir werden weiterhin stark in unsere Zukunft investieren, um ihr Erlebnis mit unseren Produkten und Services noch besser zu machen.“ An der Wall Street scheint man daran nicht so recht glauben zu wollen.

Apple ist ein Opfer des eigenen Erfolgs. Quartal für Quartal hat der US-Computerhersteller die Anleger nicht nur mit steilem Wachstum, sondern auch fetten Margen verwöhnt. Das hat sich im Geschäftsjahr 2013 jedoch etwas abgekühlt. Apples Wachstum geriet unter Druck, weshalb die Wall Street mit Spannung auf die Zahlen zum Jahresauftakt blickt. Vom Abschneiden Apples erhofften sich die Anleger Hinweise, ob der Hersteller im neuen Jahr zur alten Wachstumsstärke zurückkehren kann. Ein gutes Zeichen war schon der Deal mit China Mobile: Beim größten Netzbetreiber der Welt sind die iPhones seit Januar im Angebot.

Neben den Absatzzahlen waren zwei Werte von besonderem Interesse für die Analysten: Die Marge im ersten Quartal und die Prognose für das laufende zweite. Die Bruttogewinnspanne lag bei 37,9 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 38,6 Prozent. Zwischen 37 und 38 Prozent soll die Marge auch im laufenden Quartal liegen, zudem erwartet Apple einen Umsatz zwischen 42 und 44 Milliarden US-Dollar – hier hatte die Wall Street mit mehr gerechnet. Trotz der Absatzrekorde reagieren die Anleger verschnupft, die Apple-Aktie büßte im nachbörslichen Handel spürbar ein.

Quartal Umsatz (US-Dollar) Gewinn (US-Dollar)
1/09 * 11.880 Mio. 2.255 Mio.
2/09 * 9.084 Mio. 1.620 Mio.
3/09 * 9.734 Mio. 1.828 Mio.
4/09 * 12.207 Mio. 2.532 Mio.
1/10 15.683 Mio. 3.378 Mio.
2/10 13.499 Mio. 3.074 Mio.
3/10 15.700 Mio. 3.253 Mio.
4/10
20.343 Mio.
4.308 Mio.
1/11
26.741 Mio.
6.004 Mio.
2/11 24.667 Mio.
5.987 Mio.
3/11 28.571 Mio.
7.308 Mio.
4/11
28.270 Mio.
6.623 Mio.
1/12 46.330 Mio.
13.060 Mio.
2/12
39.168 Mio.
11.622 Mio.
3/12 35.023 Mio.
8.824 Mio.
4/12 35.966 Mio.
8.223 Mio.
1/13 54.512 Mio. 13.080 Mio.
2/13 43.603 Mio. 9.547 Mio.
3/13 35.323 Mio. 6.900 Mio.
4/13 37.472 Mio. 7.512 Mio.
1/14 57.594 Mio. 13.072 Mio.

* Apple bilanziert seit dem ersten Quartal 2010 nach neuen Buchhaltungsstandards in den USA. Damit werden Einnahmen aus dem Verkauf von iPhone und Apple TV nunmehr vollständig für den Zeitpunkt des Verkaufs verbucht, während sie zuvor über die Lebenszeit der Geräte hinweg auf die Quartale verteilt wurden. Die Angaben zu den Ergebnissen der Vorquartale wurden nach der neuen Bilanzierungsmethode errechnet und weichen entsprechend von den ursprünglich veröffentlichten Zahlen ab. (vbr)