Apple erobert mit dem iPhone auch die Schwellenländer

Apple hat im jüngsten Quartal 40 Prozent mehr iPhones verkauft als ein Jahr zuvor. Dieses Wachstum kommt insbesondere aus Schwellenländern. Aber auch Deutschland hilft mit.

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Für 70 Prozent der iPhone-6-Käufer war es ihr erstes iPhone. In den USA liegt dieser Wert bei 40 Prozent.

(Bild: dpa, Angelo Carconi)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Apples jüngstes Finanzquartal war das zweitbeste der Firmengeschichte. Insbesondere in Schwellenländern können und wollen sich immer mehr Verbraucher Apple-Produkte leisten. Dort ist Apples Umsatz um 58 Prozent gestiegen. Betrachtet man BRIC (Brasilien, Russland, Indien, China) alleine, beträgt das Plus 63 Prozent. Und konzentriert sich man sich nur auf die Region China (Taiwan sowie Volksrepublik China samt Hongkong und Macau) sind es sogar 71 Prozent mehr.

16,8 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz sind ein neuer Rekord für diese Region, und erstmals mehr, als Apple in Europa einnimmt. Entsprechend aufgekratzt zeigte sich Apple-CEO Tim Cook beim Thema China in einer Telefonkonferenz Montagabend mit Finanzanalysten: Der App Store habe sich dort mehr als verdoppelt, der Mac-Umsatz um mehr als 30 Prozent zugelegt.

Und in der Volksrepublik habe auch das iPad so viel eingebracht, wie noch nie. Da hat das chinesische Neujahrsfest mitgeholfen. Es ist ein ähnliches Konsum-Ereignis geworden, wie Weihnachten im Westen.

Die Genius Bar eines Apple Store in Schanghai.

(Bild: Wesley Fryer CC-BY-SA 2.0)

"Alles, was Sie in China anschauen, ist extrem gut", meinte Cook. Er investiert auch kräftig in der Region. Inzwischen gibt es dort 40.000 iPhone-Verkaufsstellen. 21 davon sind offizielle Apple Stores; bis Mitte 2016 sollen es 40 sein. Der hauseigene Onlineshop konnte seinen China-Umsatz übrigens verdreifachen.

Gleichzeitig klappt es auch mit den App-Schreibern: "Die chinesischen Entwickler kommen in signifikanten Mengen dazu. Wir haben jetzt mehr als fünf Milliarden Dollar an Entwickler in der Region China ausgezahlt", berichtete Cook, "Mehr als die Hälfte davon in den jüngsten zwölf Monaten." Zum Vergleich: Europäische Entwickler haben insgesamt 7,5 Milliarden Dollar über den App Store eingenommen. Seit 2008.

Aber auch in andern Schwellenländern sind Apple-Produkte immer gefragter, allem voran die iPhones. In Korea, Singapur, Taiwan und Vietnam wurde der Umsatz mit den Handys mehr als verdoppelt. In mehreren anderen Ländern, darunter die Türkei und Mexiko, aber auch in den reichen Ländern Kanada und Deutschland, beträgt der Zuwachs mehr als 80 Prozent.

In der Region China eröffnet Apple laufend neue Stores.

(Bild: Simon Wade CC-BY-SA 4.0)

Weltweit hat Apple 61,2 Millionen iPhones in dem zweiten Quartal des Finanzjahres 2015 (bis 28. März) verkauft. Das sind 40 Prozent mehr, als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Weil iPhone 6 und 6+ noch teurer sind als ihre Vorgänger, ist der globale Umsatz mit den Handys sogar um 55 Prozent gestiegen. Aufgrund der höheren Gewinnspannen der neuen iPhone-Generation konnte Apple auch seine Marge verbessern.

Im Windschatten der iPhones legte der App Store kräftig zu und schwang sich zu seinem besten Quartal überhaupt auf. Und auf dem weltweit schrumpfenden PC-Markt konnte Apple sogar zehn Prozent mehr Macs absetzen, allerdings bei geringeren Durchschnittspreisen. So legte der Mac-Umsatz immerhin zwei Prozent zu. Weiter steil bergab geht es allerdings beim iPad-Umsatz (-29%).

Zwar wurden sie in Japan und China stärker nachgefragt, "in anderen Märkten war es aber gedämpfter", musste Cook eingestehen. Ansonsten war er aber bester Dinge: "Es ist schwierig, etwas in den Zahlen zu finden, was nicht gefällt." Selbst den iPads prophezeit er eine goldene Zukunft.

Zur Zeit würden sie von iPhones und Macs "kannibalisiert", doch werde sich das eines Tages wieder stabilisieren. "Ich glaube fest, dass das iPad in Großunternehmen eine wichtige Rolle spielen wird", hielt der Konzernchef fest, "Das iPad wird wieder wachsen." Wann genau wisse er aber auch nicht.

Dem um zehn Prozent geschrumpften Geschäft mit "anderen Produkten" widmeten weder Cook noch die Finanzanalysten viel Aufmerksamkeit. Zu diese Sparte zählen iPods, Apple TV, Produkte der Marke Beats sowie diverses Zubehör. Mit knapp 1,7 Milliarden Dollar Quartalsumsatz fällt das aber kaum ins Gewicht. Das iPhone stellt rund 70 Prozent des Umsatzes und damit alles andere in den Schatten. (ds)