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Apple geht gegen CallKit-Apps in China vor

Nach der Sperrung staatlich nicht explizit zugelassener VPN-Apps sind nun Programme dran, die Apples Telefonie-Routine nutzen. Skype wurde bereits im letzten Jahr entfernt.

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Apple geht gegen CallKit-Apps in China vor

Apps, die CallKit verwenden, können Gespräche wie ganz normale Handy-Telefonate anzeigen.

(Bild: Apple)

Entwickler, die ihre iOS-Apps in China vertreiben und Apples Framework CallKit für VoIP-Telefonate einsetzen, müssen sich darauf vorbereiten, dass ihre Anwendung in dem Land aus dem App Store genommen wird. Der iPhone-Konzern setzt damit laut eigenen Angaben gesetzliche Regeln durch, die das Ministerium für Industrie und Informationstechnik in Peking erlassen hat.

CallKit raus oder Löschung aus App Store

Entsprechende erste "blaue Briefe" gingen nach Angaben betroffener Entwickler gegenüber 9to5Mac in den letzten Tagen ein. Die CallKit-Funktionalität, mit der es möglich ist, Anrufe über das Internet über die reguläre Telefoniefunktion auf dem iPhone entgegenzunehmen sowie auszulösen, widerspricht demnach geltenden Regularien. Wer seine Anwendung weiterhin in China vertreiben will, muss die CallKit-Verwendung streichen. Andernfalls wird die App aus dem App Store für China zurückgezogen. Die populäre Chat-Plattform WeChat hatte kurzzeitig eine CallKit-Integration, entfernte diese dann aber.

Skype schon seit letztem Jahr draußen

Apple hatte bereits im letzten Jahr Microsofts VoIP- und Instant-Messaging-App Skype aus dem chinesischen iOS App Store entfernt. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit habe das Unternehmen auf eine Reihe von Voice-over-IP-Apps hingewiesen, die nicht den lokalen Gesetzen entsprechen würde, erklärte Apple im November gegenüber der New York Times. Microsoft hatte damals angekündigt, Skype wieder in den App Store bringen zu wollen.

VPN-Apps und lokale iCloud für China

Zudem wurden zahlreiche VPN-Apps aus dem App Store entfernt. Apple gab dazu an, man halte sich nur an lokale Gesetze – auch wenn man mit diesen nicht unbedingt einverstanden sei. Weiterhin gab es viel Kritik an dem Schritt, für China eine eigene iCloud-Speicherinfrastruktur zu implementieren, die von einem Geschäftspartner des Konzerns betrieben wird. Diese hält auch Schlüssel für Backups und andere Inhalte bereit, auf die Apple Zugriff hat; diese hatten chinesische Behörden zuvor über Anfragen in den USA erhalten müssen, was deutlich schwieriger war. (bsc)