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Apple geht gegen systemweite Werbeblocker vor

Das Unterdrücken von Werbung und anderen Inhalten sei für VPN-Dienste nicht zulässig, zitiert ein Entwickler aus dem Ablehnungsschreiben des Konzerns.

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iPhone

(Bild: dpa, Lino Mirgeler)

Systemweite Werbe- und Inhalteblocker für iPhone und iPad scheinen nicht länger geduldet: Apple stört sich an Apps, die App-übergreifende Schutz- und Blockadefunktionen anbieten, etwa durch geänderte DNS-Einstellungen oder per VPN, wie Entwickler berichten.

Apple habe das jüngste Update mit dem Verweis abgelehnt, die App nutze “ein VPN-Profil oder ein Root-Zertifikat, um Werbung oder andere Inhalte in einer Dritt-App zu blockieren”, das sei im App Store nicht erlaubt, wie der Anbieter von AdGuard Pro aus Apples Ablehnungsschreiben zitiert.

Die App werde vorerst unverändert im App Store verbleiben, erklärt der Entwickler, man könne nun aber bis auf weiteres keine Updates mehr ausliefern und werde die App in ihrer derzeitigen Form einstellen. Möglicherweise müsse man bestimmte Funktionen entfernen, um ein Kompatibilitäts-Update für iOS 12 im Herbst ausliefern zu können.

AdGuard setze zudem gar nicht auf ein VPN-Profil oder Zertifikate sondern auf Apples öffentliche Schnittstelle NEPacketTunnelProvider, um einen lokalen VPN-Tunnel einzurichten und ausgehende DNS-Anfragen abfangen – und entsprechend filtern – zu können, wie der Entwickler ausführt.

Anbieter wie Adguard manipulieren Netzwerkanfragen, um Inhalte zu filtern.

(Bild: Entwickler)

Ein Update für die App der Sicherheitsfirma Malwarebytes wurde offenbar ebenso abgelehnt, auch hier moniert Apple das Blockieren von Inhalten per VPN, warnt ein Entwickler. Dabei scheint sich Apple nicht speziell an der Zweckentfremdung der Schnittstelle NEPacketTunnelProvider zu stören: Er habe speziell nachgehakt, ob eine “richtige” VPN-App Inhalte blockieren könne – dies hätten Apples App-Prüfer aber klar verneint, schreibt der für Malwarebytes tätige Thomas Reed auf Twitter.

Apple hat in iOS nur für den Browser Safari vorgesehen, dass Dritt-Anbieter Inhalteblocker anbieten können – diese sind auch unverändert zulässig. Warum Apple nun speziell gegen systemweite Werbeblocker vorgeht, bleibt unklar. Der iPhone-Konzern betreibt ein eigenes Werbenetzwerk und liefert in App Store und Apple News Banneranzeigen aus – dass sich Apple um daraus generierte Umsätze sorgt, scheint weniger wahrscheinlich, diese dürften vergleichsweise gering ausfallen. (lbe)