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Apple gibt Vorschau auf Final Cut Pro X

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Diese Vorstellung lief etwas anders ab als sonst: Statt die neue Final-Cut-Pro-Version, über die es seit Tagen Gerüchte gab, auf einem eigenen Apple-Event zu präsentieren oder schlicht eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, wählte der Computerkonzern diesmal einen ganz eigenen Rahmen, um eine Vorschau auf die Zukunft seiner Profischnittlösung zu geben. Auf dem "Supermeet" des Final Cut Pro User Group Network zur NAB-Messe in Las Vegas war es in der Nacht zum Mittwoch soweit: Final Cut Pro X, bislang noch nicht einmal auf Apples Website bekanntgegeben, wurde offiziell vorgestellt. Vor Ort war unter anderem Peter Steinauer, seines Zeichens Architekt von FCP.

Laut Apple wurde Final Cut Pro X intern komplett überarbeitet, unterstützt nun nativ 64 Bit und Kernelemente von Mac OS X wie Cocoa, Core Animation, Grand Central Dispatch und Open CL, um die Leistung zu steigern. Ein neues Interface erleichtert den Zugriff auf einen Strauß neuer Funktionen, darunter eine Wiedergabe mit bis zu 4K – 4000 Pixel horizontale – Auflösung, ein neues Farbsystem, eine "magnetische" Zeitleiste, die eine automatische Synchronisation von Bild und Ton ermöglichen soll, ein nichtdestruktives Color-Balancing, eine verbesserte Clip-Verwaltung ("Smart Collections") und eine erleichterte Zusammenfassung von Videosequenzen ("Compound Clips").

Final Cut Pro soll außerdem einiges von Apples Consumer-Produkten gelernt haben. So findet das Rendering wie bei der aktuellen Version von iMovie nun komplett im Hintergrund statt und der Inline-Editor wurde verfeinert. Eine automatische Szenen-Erkennung erleichtert zudem die Clip-Sortierung.

Final Cut Pro X soll laut Apple im Juni im Mac App Store zu haben sein – für knapp 300 Dollar. Apple hatte sich zuletzt mit einem Update der Videoschnittlösung viel Zeit gelassen. Die letzte Version, Final Cut Pro 7, erschien im Juli 2009. Weitere Details zu Final Cut Pro X finden sich unter anderem im "Supermeet"-Liveblog von Photography Bay. Eine Zusammenfassung verschiedener Nachrichtenquellen listet auch MacRumors, einige Screenshots zeigt The Loop.

Momentan ist noch unklar, was mit den restlichen zu Final Cut Pro Studio (aktueller Preis: knapp 1000 Euro) gehörenden Teilprogrammen wie Color, Motion, Compressor oder Soundtrack Pro geschieht – Apple erwähnte sie bei der Veranstaltung offenbar nicht. Entsprechend herrscht in Profikreisen derzeit Zögern, was das Aufspringen auf den Final-Cut-Pro-X-Zug anbetrifft. "Das ist alles noch recht verwirrend", sagte ein Videoproducer gegenüber Mac & i.

[Update:] Gegenüber The Loop gab Apple an, man habe beim "Supermeet" lediglich einen "ersten Blick" auf Final Cut Pro X ermöglichen wollen. Zu den anderen Final-Cut-Pro-Studio-Apps hieß es schlicht: "Stay tuned." Auch Apple Deutschland wollte auf Anfrage von Mac & i keine weiteren Details nennen. (bsc)