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Apple hat Hardware gegen "Zombie-iPhones"

Um Betrugsfälle mit in Reparatur gegebenen manipulierten Smartphones zu verhindern, verwendet der iPhone-Hersteller ein spezielles Erkennungsgerät.

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Apple hat Hardware gegen "Zombie-iPhones"

Apples Seriennummern-Lesegerät.

(Bild: MacRumors / Apple)

Nach einer Betrugswelle in China, die Apple Berichten zufolge Milliarden US-Dollar gekostet haben soll, hat der Konzern technisch aufgerüstet. Ein spezielles Werkzeug soll es erlauben, Manipulationen mit geklauten iPhones zu erkennen. Das Gerät, der sogenannte iPhone Serial Number Reader, erlaubt den "Zombie-Check" von zur Reparatur eingereichten Smartphones, wie Apple dies intern nennt. Dabei wird überprüft, ob die vom Kunden angegebene Seriennummer tatsächlich stimmt.

Betrüger vor allem im Reich der Mitte sollen in den letzten Jahren massenhaft geklaute oder mit gefälschten Ersatzteilen ausgestattete iPhones in Apples Ladengeschäften eingereicht haben, die von Apple dann gegen neue beziehungsweise Neugeräten entsprechenden "Refurbished"-Geräten ausgetauscht wurden. Dabei wurden echte Seriennummern verwendet, die aus verschiedenen Quellen stammten. Das IT-Nachrichtenportal The Information berichtete als erstes Medium über das Ausmaß des Problems.

Mit dem iPhone Serial Number Reader, der seit Frühjahr diesen Jahres auch Apples offiziellen Reparaturpartnern außerhalb Chinas zur Verfügung steht, ist es nun laut Informationen von MacRumors möglich, die tatsächliche Seriennummer von iPhones auszulesen, selbst wenn diese sich scheinbar nicht mehr regulär einschalten lassen. Dies soll meistens funktionieren – ab dem iPhone 6. Das Gerät besteht aus einer kompakten Hardware mit Lightning-Anschluss und einem USB-A-Kabel, das mit einem Mac verbunden wird. Auf diesem läuft dann eine Spezialsoftware.

Auslesbar sein sollen Seriennummern direkt von der Hauptplatine – unter anderem bei iPhones mit Flüssigkeitsschäden sowie solchen, deren Bildschirm sich nicht mehr anschalten lässt. Laut einem internen Apple-Dokument, das MacRumors vorliegt, soll die Überprüfung sicherstellen, dass wirklich eine Garantie- und Servicefreigabe für das jeweilige Gerät existiert.

Apples Bemühungen gegen Reparaturbetrug sollen zuletzt durchaus erfolgreich gewesen sein. So reduzierten sich die Ausgaben für Garantieleistungen im Jahr 2017 auf 4,32 Milliarden Dollar – eine Ersparnis von rund 340 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr. (bsc)