Menü
Mac & i

Apple holt weitere Hollywood-Manager an Bord

Das Videoteam des Konzerns vergrößert sich: Drei ehemalige hohe Angestellte von Sony Pictures stoßen hinzu. Die sollen für Apple Filme und TV-Shows entwickeln, von denen bislang noch wenig zu sehen ist.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen
Apple holt weitere Hollywood-Manager an Bord

Apple-TV-Gerät mit tvOS-Betriebssystem.

(Bild: Apple)

Apple baut seine Content-Abteilung aus: Drei ehemalige Programmverantwortliche von Sony Pictures sowie eine Kommunikationsexpertin des US-TV-Senders WGN konnte der Konzern anwerben. Das meldet das Fachblatt Variety.

Kim Rozenfeld, die bei Sony Pictures "Head of Current Programming" war, soll sich bei Apple um neue Dokumentarserien kümmern, hieß es. Max Aronson und Ali Woodruff arbeiteten zuvor unter den Sony-Pictures-Bossen Jamie Ehrlicht und Zack Van Amburg, die beide im vergangenen Juni zu Apple gingen, um dessen Eigenproduktionen anzukurbeln. Aronson entwickelte für Sony Pictures Dramenstoffe, während Woodruff den Titel "Director of Creative Affairs" trug.

Als vierten neuen Mitarbeiter begrüßt Apple laut Variety Rita Cooper Lee, die bei WGN PR-Chefin ("Head of Publicity") war und nun die Kommunikationsabteilung von Apples Video-Einheit leiten soll. Zuvor war mit Matt Cherniss bereits der ehemalige Präsident und General Manager von WGN zu Apple gegangen. Er war unter anderem für Serien wie "Salem" verantwortlich.

Die Personalien zeigen, dass es Apple mit seiner Inhalteentwicklung ernst meint. Der Konzern hatte sich lange nicht um die Herstellung eigener Videoproduktionen gekümmert, aktuell laufen auf Apple Music nur zwei Serien, eine Reality-Show über Apps ("Planet of the Apps") sowie eine Musiksendung mit Promis ("Carpool Karaoke"). Beide kamen bei der Kritik nur mittelmäßig an. Publikumszahlen veröffentlicht Apple nicht. Daneben hat der Konzern verschiedene Dokumentationen aus dem Musikbereich über Apple Music – ein Aboangebot, das 10 Euro im Monat kostet – verbreitet.

Apple hatte zuvor durchsickern lassen, dass das Unternehmen bereit ist, eine Milliarde US-Dollar in TV-Serien und Co. zu investieren. Das klingt viel, ist aber weniger, als Amazon und Netflix in die Hand nehmen, die mittlerweile extrem bekannte Formate besitzen. Unklar ist auch noch, wo Apple seine Sendungen ausstrahlen wird – Apple Music passt für Dramen oder Comedy nicht richtig. Über die Einrichtung eines eigenen Apple-Video-Dienstes wird schon seit längerem spekuliert. Dieser könnte zur Einführung des "iPhone 8" am 12. September präsentiert werden – zusammen mit einer neuen Generation der Multimediabox Apple TV. (bsc)