Apple liefert erneut Rekordzahlen – iPhone 6s läuft gut

11,1 Milliarden US-Dollar Gewinn schrieb Apple im letzten Quartal. Gut verkauften sich iPhones, aber auch Macs. Zur Apple Watch sagt der Konzern weiterhin nichts.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 406 Beiträge

(Bild: dpa, Andreas Gebert/Archiv)

Von

Apple hat im vergangenen Quartal dank einer erneut starken iPhone-Nachfrage 11,1 Milliarden Dollar verdient. Das bedeutet einen Gewinnsprung von gut 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz stieg in dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 22 Prozent auf 51,5 Milliarden Dollar (rund 46,6 Milliarden Euro), wie der Konzern am späten Dienstagabend mitteilte.

Zugleich machen sich Anleger allerdings Sorgen, dass das Wachstum im laufenden Weihnachtsgeschäft unter dem Niveau der vergangenen Rekordjahre bleiben könnte, die Aktie verbuchte nachbörslich zunächst nur ein dünnes Plus von 0,7 Prozent.

Apple verkaufte im vergangenen Quartal 48 Millionen iPhones, rund 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im September kamen wie gewohnt die neuen Modelle auf den Markt. Das iPhone ist Apples wichtigstes Produkt und macht mehr als 60 Prozent des Geschäfts aus. Die Nachfrage habe im vergangenen Quartal das Angebot übertroffen, sagte Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz vor Analysten.

Diesmal wurde der Absatz zusätzlich dadurch angekurbelt, dass die beiden Varianten des iPhone 6s von Anfang an auch in China verfügbar waren. Die Neugeräte kamen erst am 25. September auf den Markt – entsprechend dürfte sich der Verkauf im Weihnachtsquartal noch signifikant verstärken. Apple erwirtschaftete in China mit 12,5 Milliarden Dollar im vierten Quartal rund ein Viertel seiner Umsätze. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich das China-Geschäft verdoppelt, der iPhone-Absatz sprang um 120 Prozent hoch.

Die Kehrseite ist die Sorge der Anleger, dass Apple mit der größeren Abhängigkeit vom China-Geschäft auch die aktuellen Börsenturbulenzen in dem Riesen-Markt zu spüren bekommen könnte. Cook versuchte, die Ängste zu zerstreuen. Wenn er nicht aus den Nachrichten davon wüsste, würde er nur anhand des Apple-Geschäfts nichts von Problemen in China mitbekommen, sagte er.

Cook betonte, dass zwei Drittel der iPhone-Nutzer noch ältere Geräte vor der iPhone-6-Reihe hätten – das seien potenzielle Käufer neuer Modelle. Zugleich setzt er darauf, Googles dominierendem Android Nutzer abzujagen. Im vergangenen Quartal seien 30 Prozent der iPhone-Käufer Android-Abwanderer gewesen, so viele wie noch nie.

Der durchschnittliche iPhone-Preis lag bei 670 Dollar, das waren 67 Dollar mehr als vor einem Jahr. Apple ist dank dessen, dass sich der Konzern auf hochpreisige Geräte verlegt hat, der profitabelste Smartphone-Anbieter. Apples Geldberg schwoll auf 205,7 Milliarden Dollar an. Rund 90 Prozent davon liegen außerhalb der USA. Wenn das Geld in die USA käme, würden Steuern von rund 35 Prozent fällig. Apple schüttete im vergangenen Quartal 17 Milliarden Dollar an Aktionäre aus.

Die Verkäufe der iPad-Tablets fielen binnen eines Jahres um fast ein Fünftel auf 9,89 Millionen Geräte. Beim Mac gab es inmitten der andauernden Talfahrt des PC-Marktes ein Absatzplus von drei Prozent auf 5,7 Millionen Computer, ein neuer Rekord für Apple.

Im Bereich "andere Produkte", in dem unter anderem das Geschäft mit der Computer-Uhr Apple Watch, der Fernsehbox Apple TV und den iPod-Playern verbucht wird, stieg der Umsatz binnen eines Jahres um 61 Prozent auf gut 3 Milliarden Dollar.

Apple nannte bisher keine Absatzzahlen zu der seit April verkauften Uhr. Cook sagte, es sei eine vielversprechende Produktkategorie, die erst am Anfang stehe. Im Quartalsvergleich seien mehr Watch-Geräte verkauft worden.

Im gesamten Geschäftsjahr, das Ende September ablief, verdiente Apple rund 43,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 35 Prozent. Der Umsatz wuchs um 28 Prozent auf 233,7 Milliarden Dollar. Für das aktuell laufende, erste Quartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 75,5 und 77,5 Milliarden Dollar und eine Bruttogewinnspanne zwischen 39 und 40 Prozent. Die Aufwendungen für das operative Geschäft würden zwischen 6,3 und 6,4 Milliarden Dollar liegen, sagte Finanzchef Luca Maestri. Er erwarte, dass das iPhone-Geschäft weiter wachse. (mit Material der dpa) / (bsc)