Menü

Apple musste Steuern in Frankreich nachzahlen – angeblich 500 Millionen Euro

Der iPhone-Konzern hat eine stille Steuernachzahlung bestätigt, die einen Zeitraum von zehn Jahren abdeckt – schweigt aber über die Höhe.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket  speichern vorlesen Drucken Kommentare lesen 27 Beiträge

(Bild: dpa, Peter Kneffel/Illustration)

Mac & i
Von

Apple zahlt Steuern in Frankreich nach: Man habe sich mit der Steuerbehörde auf eine Begleichung von Rückständen für einen Zeitraum von zehn Jahren geeinigt, wie Apple am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) bestätigte. Zur Höhe der Steuernachzahlung gab Apple keine Auskunft.

Lokalen Medienberichten zufolge musste Apple im Rahmen einer vertraulichen, schon Ende 2018 geschlossenen Vereinbarung knapp 500 Millionen Euro entrichten. Frankreichs Steuerbehörde wollte sich zu dem Betrag unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht äußern, schreibt AFP. Der Erfolg des iPhones habe Apples Umsätze auch in Europa von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf knapp 48 Milliarden Euro im Jahr 2017 "explodieren" lassen, erklärte das französische Nachrichtenmagazin L'Express zuvor, das zuerst über die Nachzahlung berichtet hatte. Ein Großteil dieses Umsatzes wurde aber Irland und nicht Frankreich zugeordnet, heißt es – dies hätten die Steuerprüfer bemängelt.

Die französischen Steuerbehörden haben jüngst eine mehrjährige Prüfung der französischen Tochterfirma beendet, teilte Apple nun gegenüber AFP mit, man werde die "Anpassungen" im Geschäftsbericht berücksichtigen. Apple kenne die "wichtige Rolle, die Steuern in der Gesellschaft spielen", beteuerte der Konzern – man zahle sie den lokalen Gesetzen entsprechend in allen Ländern, in denen man tätig ist.

Die französische Regierung ist seit längerem darauf aus, internationale IT-Konzerne in der Digitalwirtschaft strikter zu besteuern. Vor einem Jahr hatte der Online-Händler Amazon einen Streit mit der Steuerbehörde beigelegt, das Unternehmen musste knapp 200 Millionen Euro nachzahlen.

Apples europäische Steuerpraktiken stehen in der Kritik: Der Konzern hat im vergangenen Jahr auf Anordnung der EU-Kommission über 13 Milliarden Euro an Irland nachgezahlt – sowohl Apple als auch Irland fechten das Urteil an, das Verfahren läuft noch. Lange Jahre im Ausland geparkte Gewinne hat Apple in die USA überführt und will dort Steuern in Höhe von 38 Milliarden Dollar dafür zahlen, den verbliebenen Barbestand von über 100 Milliarden Dollar werde man langfristig auf Null reduzieren, teilte das Unternehmen vor einem Jahr mit.

Mehr zum Thema:

(lbe)