Apple nennt Details zu "grünem Strom" für iCloud-Rechenzentren

Apple hat Hintergründe zu den Solar- und Biogasanlagen für seine Rechenzentren veröffentlicht. Greenpeace wirft Apple unterdessen weiter die Nutzung von schmutzigem Kohlestrom vor.

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Von
  • Ben Schwan

Apple hat auf seiner Website Details zum Energiemix für seine iCloud-Großrechenzentren in Maiden, North Carolina sowie Prineville, Oregon genannt. In dem Dokument heißt es unter anderem, das Unternehmen strebe an, die Anlagen zu 100 Prozent mit Energie aus "sauberen, erneuerbaren Quellen" zu betreiben. In Maiden sollen demnach 60 Prozent des Stroms vor Ort durch eine Solaranlage und ein Array aus Biogas-Brennstoffzellen erzeugt werden. Weitere 40 Prozent sollen von lokalen oder regionalen Anbietern hinzugekauft werden.

Welche genau das sind, sagt der Computerkonzern allerdings nicht. Er wolle Projekte aus dem Wind-, Solar- und Biogas-Energie-Bereich unterstützen, hieß es nur. Dazu arbeite Apple in Maiden mit der Initiative NC GreenPower zusammen. Strom soll demnach unter anderem von einer in der Nähe liegenden Müllkippe bezogen werden, auf der das anfallende Methan zu Energie verarbeitet wird. Der Computerkonzern hatte zuvor von der zuständigen North Carolina Utilities Commission eine offizielle Zulassung (PDF-Datei) für den Betrieb einer 20-Megawatt-Solarfarm in Maiden erhalten. Diese soll laut Apple die größte private Anlage ihrer Art in den USA werden.

Lageplan des Apple-Rechenzentrums in North Carolina mit Biogas- und Solaranlage.

(Bild: Apple)

Ein weiteres Rechenzentrum in Prineville soll laut Apple zu 100 Prozent aus lokalen erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Dazu gehörten Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie. Auch ein Rechenzentrum in Newark, Kalifornien, werde ab Februar 2013 vollständig mit "sauberer Energie" versorgt.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace glaubt Apples Beteuerungen allerdings nicht. Sie hat Protestaktionen unter anderem in Irland, in Deutschland sowie vor wenigen Tagen vor dem Apple-Hauptquartier in Cupertino gestartet, um den Computerkonzern dazu zu bringen, keinen Kohle- oder Atomstrom zu verwenden. Diesen setze das Unternehmen in North Carolina nämlich ein, behauptet die Umweltschutzorganisation. Apple hält wiederum die Greenpeace-Vorwürfe für falsch. So habe die Organisation unter anderem den Energiebedarf des Rechenzentrums in North Carolina deutlich zu hoch eingeschätzt. (bsc)