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Apple nimmt offenbar iranische Apps aus dem App Store

Unter Verweis auf Finanzsanktionen hat der iPhone-Konzern einem Bericht zufolge damit begonnen, bestimmte Apps iranischer Entwickler aus dem App Store zu werfen oder gar nicht erst zuzulassen.

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DigiKala auf dem iPad
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Apple hat iPhone- und iPad-Apps aus dem App Store entfernt, die Transaktionen mit im Iran ansässigen Unternehmen ermöglichen, wie die auf die iranische Start-up-Szene spezialisierte Seite Techrasa berichtet. Zu den inzwischen nicht mehr verfügbaren iOS-Programmen gehört auch die Shopping-App des Anbieters DigiKala, angeblich die derzeit größte iranische E-Commerce-Plattform. Im Google Play Store steht die DigiKala-App im Moment weiterhin zum Download bereit.

Apple hat die Angelegenheit bislang nicht kommentiert. Gegenüber einem iranischen Start-up habe der Konzern angeführt, dass Apps, die Transaktionen mit Firmen im Iran erlauben, "möglicherweise" gegen die von den USA verhängten Finanzsanktionen verstoßen – deshalb könne der iPhone-Hersteller derartige Apps im Moment nicht für die Zulassung zum App Store akzeptieren, zitiert Techrasa aus dem Schreiben.

Einen App Store für den Iran gibt es bislang nicht, Nutzer können aber relativ leicht App Stores anderer Länder verwenden. Es gebe viele Methoden, mit denen sich die US-Sanktionen umgehen lassen, schreibt Techrasa, selbst die iranischen Banken würden ihre Apps für iOS anbieten – ohne dafür auf den den App Store oder einen Jailbreak des Gerätes zu setzen. Offenbar kommen dafür Apples Enterprise-Zertifikate zum Einsatz, die es erlauben, iOS-Apps außerhalb des App Stores zu installieren.

Die von Apple angeführten Sanktionen bestehen bereits seit gut vier Jahren, warum die Maßnahmen nun ergriffen werden, bleibt unklar. Am vergangenen Wochenende hat sich Apple-Chef Tim Cook in einem Memo zu der US-Einreisesperre für Personen aus sieben Ländern geäußert – dazu gehört auch der Iran. Das Dekret von US-Präsident Trump sei “Politik, die wir nicht unterstützen”. (lbe)