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Apple nimmt zu Final Cut Pro X Stellung

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Während einzelne frustrierte Final-Cut-Pro-X-Käufer bereits davon berichten, Apple rücke auf hartnäckiges Nachfragen die 240 Euro für die via Mac App Store vertriebene aktualisierte Profischnittlösung wieder heraus, nimmt der Computerkonzern nun erstmals offiziell Stellung zur teils harschen Kritik. In einer FAQ auf der Apple-Website heißt es, man halte FCP X für einen "Durchbruch" im Bereich des nonlinearen Videoschnitts, der viele professionelle Cutter beeindruckt habe. Allerdings sei es auch zu intensiven Diskussionen innerhalb der Gemeinschaft gekommen. "Wir wissen, dass die Menschen Fragen zu den neuen Funktionen haben und wie [Final Cut Pro X] sich zu den früheren Versionen verhält."

In der FAQ, die teilweise bereits bekannte Antworten enthält, kündigt Apple dann an, Funktionen wie Multikamera-Support und XML-Export nachzureichen. OMF, AAF und EDL würden, nach Freigabe entsprechender APIs, demnächst von Drittentwicklern unterstützt, bei OMF und AAF sei dies bereits jetzt durch einen ersten Anbieter gegeben. Im Sommer werde man außerdem ein Update herausbringen, mit dem sich unter anderem Audiotracks für den Export kategorisieren lassen. Außerdem gibt Apple einige Tipps, wie sich Projekte mit anderen Cuttern teilen, Dateien an anderen Orten sichern und Events verstecken lassen. Zudem kündigte das Unternehmen die Unterstützung weiterer Kameraformate an.

Beim Thema Import von Projekten aus Final Cut Pro 7 bleibt Apple – trotz anderslautender Gerüchte – aber hart: Es gingen zu viele Daten verloren oder müssten verändert werden, um dies zu realisieren. Deshalb könne man nach der Installation von FCP X auch weiter mit FCP 7 arbeiten, das Apple zudem für OS X Lion kompatibel halten will. Apple empfiehlt allerdings das Anlegen einer eigenen Partition.

Es ist unklar, ob die Kontroverse mit der neuen FAQ zurückgehen wird. Zentrale Forderungen der Video-Community sind weiter nicht erfüllt: So versuchen tausende Cutter per Online-Petition, Apple zum weiteren Anbieten von Final Cut Pro 7 samt Studio-Apps zu bewegen. Apple hatte deren Verkauf beim Start von FCP X komplett eingestellt. Unterdessen versucht Wettbewerber Adobe, frustrierten FCP-Nutzern den Umstieg auf Premiere Pro nahezulegen.

Ron Brinkmann, der für Apple unter anderem am mittlerweile eingestellten Compositing-Paket Shake arbeitete, glaubt derweil nicht, dass Apple von seiner Position abrücken wird. Der Firma gehe es darum, neue Märkte zu erobern und auch Amateure mit Final Cut Pro X anzusprechen, schrieb er in seinem Blog. "Apple ist von den Profis nicht abhängig."

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