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Apple öffnet iPhone-Gesundheitsakte für Dritt-Apps

Eine Schnittstelle ermöglicht iPhone-Apps künftig, medizinische Daten des Nutzers zu verwenden. Dies soll neue Funktionen ermöglichen.

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Medisafe

(Bild: Apple)

Mit iOS 12 können Nutzer ab Herbst die in ihrer iPhone-Gesundheitsakte gespeicherten medizinischen Daten für Apps freigeben. Apple hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC eine Schnittstelle für Entwickler und Forscher geöffnet, die es ermöglicht, geteilte Daten der Gesundheitsakte auszulesen. Zusammen mit anderen von Apps erhobenen Körperdaten solle der Nutzer so einen "gesamtheitlichen Blick" auf seine Gesundheit erhalten, erklärte Apples COO Jeff Williams.

Der Einblick in die medizinischen Daten und die Gesundheitshistorie ermögliche völlig neue Apps, die beispielsweise bei Medikamentierung, Krankheitsmanagement oder der Erstellung von Ernährungsplänen helfen, wie Apple betont.

Apps können dadurch etwa gezielt bei der Medikamentierung unterstützen und vor Wechselwirkungen warnen, wenn sie die Informationen dazu aus der iPhone-Gesundheitsakte kennen. Apps zur Ernährungsplanung profitierten ebenfalls von einem derartigen Einblick, sie könnten etwa Blutdruck und Cholesterol-Werte zur Anpassung des Speiseplans heranziehen. Für klinische, per App durchgeführte Studien sei die Schnittstelle ebenfalls hilfreich, da Ärzte Einblick in den medizinischen Hintergrund der Studienteilnehmer erhalten, merkt Apple an.

Der Zugriff auf Daten aus der Patientenakte ist nur nach Freigabe durch den Nutzer möglich, betont der Konzern. Daten, die der Nutzer teilen wolle, übermittle die Schnittstelle direkt an die jeweilige App – auf Apples Server würden sie nicht übertragen.

Die iPhone-Patientenakte ("Health Records") hat Apple vor wenigen Wochen mit iOS 11.3 eingeführt. Sie ermöglicht es Nutzern, ihre in Krankenhäuser gesammelten medizinischen Daten, etwa Laborwerte, Angaben zu Allergien, Medikamentierung und Untersuchungsergebnisse, herunterzuladen und zentral auf dem Gerät zu speichern. Inzwischen wird dies nach Apples Angabe bereits von 500 Krankenhäusern unterstützt – diese scheinen bislang aber auf die USA begrenzt. Für die in die Health-App integrierte Akte setzt Apple auf den Standard FHIR, der auch in Europa im Einsatz ist.

iOS 11.3 für iPhone und iPad (4 Bilder)

Die Health-App soll alle medizinischen Daten des Nutzers zentral sammeln – darunter Messwerte und Testergebnisse.
(Bild: Apple)

(lbe)