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Apple plant angeblich Ersatzteileprogramm für mehr Reparaturbetriebe

Bislang sind die Hürden, zum "Apple Service Provicer" zu werden, hoch – und nur die können Originalkomponenten bestellen. Womöglich verbessert sich die Lage.

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Herstellung bei Apple: Hier kommen die ganzen schönen Teile her.

(Bild: dpa, David Keane)

Wer sich im Apple-Reparaturgeschäft betätigen möchte, hat ein grundsätzliches Problem: Originale Ersatzteile, sogenannte Genuine Parts, bekommen nur vom iPhone- und Mac-Hersteller offiziell zugelassene und zertifizierte Partner, die sogenannten Apple Service Provider, kurz ASP. Entsprechend müssen sich freie Werkstätten andere Quellen im Graumarkt suchen – etwa direkt in China. Dabei lässt sich allerdings nie ganz ausschließen, dass es sich um gefälschte Teile (oder Teile minderer Qualität) handelt – selbst wenn renommierte freie Reparateure dies stets sicherzustellen versuchen.

Nun scheint Apple selbst an einem Programm zu arbeiten, das ein "Recht auf Reparatur" (Right to Repair), das in den USA und anderswo mittlerweile sogar Politiker fordern, besser umsetzbar machen würde. Zumindest sind dazu passende interne Unterlagen aufgetaucht, die dem IT-Blog Motherboard vorliegen. Ob das Vorhaben tatsächlich umgesetzt, ist allerdings völlig unklar – einen Kommentar von Apple gibt es nicht und dieser wird wohl auch kaum kommen.

Laut Motherboard heißt das neue Programm "Apple Genuine Parts Repair". In einer mitgelieferten Präsentation heißt es, schon 2018 habe Apple einigen Reparaturunternehmen Zugriff auf einen großen Satz an Originalersatzteilen, Trainingsmaterialien sowie Diagnosesoftware erteilt. Restriktionen bei den durchführbaren Reparaturen gab es angeblich auch nicht. Die Werkstätten sollten "das weiter tun, was sie jetzt schon tun, nur mit Apple-Originalteilen, verlässlicher Teileversorgung, Apple-Prozessen und Training". All das stammt direkt von der Wunschliste vieler Reparaturbetriebe, die bislang keine ASP sind.

Kyle Wiens, Right-to-Repair-Aktivist und Chef des Reparaturdienstleisters iFixIt, kommentierte, die Unterlagen seien ein Rahmenwerk, wie sich Apple an eine Right-to-Repair-Gesetzgebung anpassen könnte. Das "Apple Genuine Parts Repair"-Programm ginge sogar über das hinaus, was ASPs aktuell tun können. Deren Arbeit ist nämlich derzeit selbst beschränkt: Sie dürfen nur bestimmte, von Apple zugelassene Reparaturen durchführen, schwierigere Probleme sind nur über Apple selbst lösbar, wobei die Hardware dann eingeschickt werden muss.

Entsprechend unklar ist, ob es sich bei "Apple Genuine Parts Repair" tatsächlich um ein Programm handelt, das allen Reparaturbetrieben, also auch freien Werkstätten, offenstehen würde – oder wieder nur besagten ASPs. Apple hatte sich explizit gegen das "Recht auf Reparatur" ausgesprochen und es als "Mekka für Hacker" bezeichnet. (bsc)