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Apple plant neues App-Werbenetzwerk

Nach dem Scheitern von iAd vor zwei Jahren interessiert sich der iPhone-Konzern erneut für Reklame. Es soll Gespräche mit verschiedenen größeren Playern geben.

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So sah Apples App-Werbung dereinst aus – als es iAd noch gab.

(Bild: Apple)

Apple plant einen erneuten Einstieg ins Anzeigengeschäft mit Apps – nach dem Scheitern seines hauseigenen iAd-Netzwerks im Jahr 2016. Wie es in einem Medienbericht heißt, gab es in den letzten Monaten Gespräche mit Marktteilnehmern wie dem Snapchat-Betreiber Snap Inc., dem Bildernetzwerk Pinterest Inc. und anderen größeren App-Betreibern, um festzustellen, ob ein Interesse daran bestünde, an einem Apple-Werbenetzwerk teilzunehmen. Apple plant dabei, die Reklame auszuspielen und die Umsätze mit den Betreibern zu teilen, wobei der Anteil der Provision von Anwendung zu Anwendung verschieden sein soll.

Laut Wall Street Journal ist dies ein Ausbau von Apples aktueller App-Store-Werbestrategie. Dort erlaubt der Konzern mittlerweile Entwicklern, Suchanzeigen zu platzieren, die in einem Bid-Prozess vermarktet werden. Angeblich kamen hier im letzten Jahr fast eine Milliarde US-Dollar an Umsatz zusammen. Beworben werden sollen in Apples neuem Werbenetzwerk offenbar anfangs nur andere Apps.

Wenn etwa ein Nutzer in der Pinterest-App nach "Gardinen" sucht, könne er dann eine Anzeige für eine Inneneinrichtungs-App von Apple ausgespielt bekommen, so der Bericht. Snap-Nutzer, die nach "NFL" suchten erhielten etwa die App eines Anbieters von Football-Tickets.

Aktuell dominieren Facebook und Google das Geschäft mit mobiler Reklame – das soziale Netzwerk soll 25 Prozent, der Suchriese 35 Prozent des Sektors beherrschen, wie eMarketer errechnet hat. Apple hatte von 2010 bis 2016 versucht, in diesem Bereich groß mitzuspielen. Mit iAd sollte ein eigenes Werbenetzwerk entstehen, das nicht nur Apps, sondern auch Endkundenprodukte an Nutzerinnen und Nutzer bringen sollte. Der damalige Konzernchef Steve Jobs wollte mit der Technik sogar Fernsehreklame überholen.

Allerdings zeigte sich, dass es Apple nicht gelang, ausreichend Fuß zu fassen. Entwickler griffen lieber zu anderen Plattformen und Werbetreibende waren nicht bereit, Apples teils sehr hohe Preise zu zahlen. Nach Preisanpassungen und verschiedenen Versuchen, doch noch genügend Kunden zu finden, stellte Apple iAd im Mai 2016 schließlich ein – seither können Entwickler kein Geld mehr mit der Plattform verdienen. (bsc)