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Apple reagiert im Patentstreit um In-App-Kaufangebote

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Apple hat sich im Patentstreit um In-App-Käufe in iOS-Programmen vor seine Entwicklergemeinde gestellt. Der Patentverwerter Lodsys hatte vor zehn Tagen damit begonnen, iPhone-, iPad- und iPod-touch-Programmierer anzuschreiben und von ihnen eine Lizenzgebühr zu fordern. Lodsys zufolge geht es dabei um die Möglichkeit, direkt aus einer Anwendung heraus zusätzliche Inhalte oder Funktionen zu kaufen. Seitdem hatten Software-Entwickler auf ein klärendes Wort von Apple gewartet. Die Patentfirma will eine Gebühr von 0,575 Prozent auf alle bisherigen und zukünftigen Umsätze.

Lodsys argumentiert, Apple selbst habe zwar eine Lizenz auf das betroffene Patent, sie erstrecke sich aber nicht auf seine Entwickler. Apple sieht das anders. Chefjustiziar Bruce Sewell erläuterte in einem Brief, den Apple auch betroffenen Entwicklern zukommen lassen will, die Apps würden mit Apple-Software erstellt, über Apples Plattform vertrieben und auf Apple-Servern gespeichert. Daher sei auch die Tätigkeit der Software-Entwickler durch die Apple-Lizenz abgedeckt. Deshalb forderte Apple von Lodsys, alle Vorwürfe zurückzunehmen. Der Konzern sei bereit, seine Lizenzrechte zu verteidigen, schrieb Sewell.

Apple ließ sich mit der Reaktion ähnlich wie im Fall "Locationgate" und den Problemen um die iPhone-4-Antenne zunächst Zeit. In der vergangenen Woche hatte es aber bereits Gerüchte gegeben, wonach sich die Rechtsabteilung des Computerkonzerns einschalten würde.

In einem der betroffenen Patente geht es nicht um konkrete technische Elemente, sondern eher um Ideen. Patentiert wurde etwa "ein Interface, das eine beidseitige Interaktion mit dem Nutzer erlaubt" und die Ergebnisse dieser Interaktion speichert. Lodsys kam zu den Patenten auf Umwegen: Der Erfinder Dan Abelow hatte sein Patent-Portfolio im Jahr 2004 an die Firma Intellectual Ventures verkauft. Dahinter steht der frühere Microsoft-Technikchef Nathan Myhrvold, investiert haben aber auch Firmen wie Microsoft, Apple, Sony, Intel oder Nokia. Schließlich kauften private Investoren Intellectual Ventures die nun strittigen Patente ab und gründeten Lodsys, um sie zu vermarkten.

Im Fall der In-App-Käufe geht es potenziell um viel Geld: Der App Store von Apple bietet mehr als 350.000 Programme und setzt mittlerweile Milliarden um. Viele Apps nutzen In-App-Käufe. Zudem deutete Lodsys an, dass die Mobilplattformen Android und Windows Phone 7 als Nächstes ins Visier geraten könnten. (mit Material von dpa) / (bsc)