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Apple scannt iCloud-Fotos auf Kindesmissbrauch

Apple hat bestätigt, dass hochgeladene Nutzerinhalte einer "Vorabprüfung" unterzogen werden – zum Auffinden illegaler Inhalte.

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(Bild: Sukrita Rungroj/Shutterstock.com)

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Apple hat offenbar damit begonnen, in eigenen Diensten hochgeladene Fotos und Videos auf illegale Inhalte hin zu prüfen, besonders in Hinblick auf Kindesmissbrauch. In einer Podiumsdiskussion rund um Datenschutz, Privatsphäre und Verschlüsselung auf der Elektronikmesse CES betonte Apples Datenschutzchefin Jane Horvath, die Schwächung von Verschlüsselung sei nicht der richtige Weg, um "solche Probleme" zu lösen. Man setze aber "bestimmte Techniken" ein, um Material aufzuspüren, das sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt.

"Unsere Systeme nutzen – ähnlich wie Spam-Filter für E-Mails – elektronische Signaturen um vermutlichen Kindesmissbrauch aufzuspüren", wie der Konzern auf einer neuen Webseite zum Kinderschutz aufführt. Jeder Treffer werde mit einer individuellen Prüfung verifiziert. Apple melde Fälle von Kindesmissbrauch und schließe die für den Austausch solchen Materials verwendeten Accounts, heißt es weiter.

Welche Techniken Apple dazu konkret einsetzt, wurde bislang nicht mitgeteilt. Entsprechend bleibt offen, ob Apple auf die von Microsoft mitentwickelte Technik PhotoDNA setzt, die auch andere US-IT-Konzerne zur Prüfung von Inhalten einsetzen. Sie erlaubt die automatisierte Prüfung von Inhalten im Abgleich mit einer zentralen Datenbank für Kinderpornographie.

Derartige Techniken könnten künftig auch eingesetzt werden, um Bildmaterial in Diensten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu prüfen – ohne die Bilder einsehen zu können, wie ein PhotoDNA-Miterfinder im vergangenen Jahr gegenüber dem Magazin Wired erklärte. Auch ein lokales Image-Hashing auf den Geräten der Nutzer vor dem Upload sei eine Option, um das Problem zu lösen.

Apple betreibt mit iCloud-Fotos einen Synchronisier- und Backup-Dienst für Fotos und Videos, der auch das Teilen von Aufnahmen über freigegebene iCloud-Alben erlaubt – hierzu besitzt der Konzern den Schlüssel. Ob Apple auch in der Lage ist, Inhalte zu prüfen, die über den Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messaging-Dienst iMessage ausgetauscht werden, bleibt unklar. Eine Nachfrage bei dem Konzern blieb unbeantwortet.

Apples Datenschutzrichtlinie berücksichtigt den neuen Prüfprozess bereits, ein entsprechender Passus wurde offenbar im vergangenen Herbst ergänzt. Darin heißt es: "Wir können Ihre personenbezogenen Daten auch für Zwecke der Account- und Netzwerksicherheit verwenden. Dies umfasst auch den Schutz unserer Dienste zum Wohle aller Benutzer sowie die Vorabprüfung und das Scannen hochgeladener Inhalte auf potenziell illegale Inhalte, darunter Materialien in Zusammenhang mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern".

(lbe)