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Apple schwebt datenschutzgerechtes Werbe-Tracking vor

iPhone X

Medienberichten zufolge will Apple für alle Preisklassen der nächsten iPhone-Generation das Design des aktuellen Top-Modells X übernehmen.

(Bild: dpa, David Moir/AAP/Archiv)

Werbe-Tracking sei möglich, ohne die Privatsphäre des Nutzers zu verletzen, argumentiert der iPhone-Konzern – und schlägt einen neuen Web-Standard vor.

Apple hat eine neue Technik vorgestellt, die das Tracking von Klicks auf Online-Werbebanner ermöglichen soll, ohne dabei die Privatsphäre des Nutzers zu verletzen. Man halte es für ein "Missverständnis" Datenschutz im Web mit einem werbefreien Web gleichzusetzen, führt das WebKit-Team des Unternehmens aus.

Apples "Privacy Preserving Ad Click Attribution" soll es möglich machen, dass Webseiten-Betreiber weiterhin durch Werbeschaltung Geld verdienen können, der Klick auf ein Banner und ein anschließender Einkauf des beworbenen Produktes also entsprechend vergütetet wird. Zugleich soll aber verhindert werden, dass dabei auch ein Tracking einzelner Nutzer über mehrere Webseiten hinweg ("Cross-Site Tracking") vorgenommen wird – wie es derzeit oft gängig ist.

Zur Messung der Effektivität von Online-Werbung sei es nämlich nicht nötig, dass Seite A lernt, wenn der Nutzer nach einem Banner-Klick auf Seite B etwas einkauft, erklären die für den Safari-Unterbau WebKit zuständigen Entwickler in einem Blog-Beitrag [1].

Um ein umfassendes Tracking bei Banner-Klicks zu verhindern, können nur bis zu 64 Werbekampagnen gleichzeitig gemessen werden, führt das WebKit-Team aus. Das verhindere, dass lange Ad-Campaign-IDs zur Identifizierung einzelner Nutzer eingesetzt werden. Zudem dürfen nur Webseiten den Banner-Klick erfassen, die der Nutzer selbst aufgerufen hat, um das Tracking durch Dritte zu unterbinden.

Apples Technik soll den Missbrauch von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen und seitenübergreifendem Tracking verhindern.

(Bild: WebKit-Team)

Der Browser müsse dabei sicherstellen, dass der Datenschutz des Nutzers beim Werbe-Tracking gewahrt wird, indem die Daten zu den Banner-Klicks nur verzögert statt live übermittelt werden und dies stets in einem speziellen Privatmodus erfolgt obwohl der Nutzer im normalen Modus surft.

Ist der Privat-Modus des Browser aktiv gewählt, werden Banner-Klicks gar nicht ausgewertet, heißt es weiter. Der Browser-Hersteller dürfe zudem nichts über die Ad-Klicks erfahren, die Erfassung finde nur lokal auf dem Gerät des Nutzers statt.

Die Technik "Privacy Preserving Ad Click Attribution" hat Apple bei der W3C Web Platform Incubator Community Group (WICG) als neuen Web-Standard unterbreitet. Im hauseigenen Browser Safari ist die Technik bereits in einer Vorabversion (Technology Preview 82) integriert, sie dürfte mit kommenden Betriebssystem-Updates dann auf allen iPhones, iPads und Macs eingeführt werdem.

Tracking-Cookies hat Apple im Browser Safari zuvor bereits den Krieg erklärt, sie werden entweder gleich blockiert oder nach wenigen Tagen automatisch gelöscht. So soll ein längerfristiges Werbe-Tracking und eine seitenübergreifende Erstellung von Nutzerprofilen unterbunden werden, ähnliche Maßnahmen sind auch in Firefox geplant [2]. (lbe [3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4429243

Links in diesem Artikel:
[1] https://webkit.org/blog/8943/privacy-preserving-ad-click-attribution-for-the-web/
[2] https://www.heise.de/meldung/Firefox-67-wird-sicherer-und-wehrt-sich-gegen-Krypto-Miner-4428409.html
[3] mailto:lbe@heise.de