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Apple soll sich für deutsche Intel-Abteilung interessieren

Offenbar kann sich der iPhone-Konzern vorstellen, Teile der Ex-Funkchip-Abteilung von Infineon zu übernehmen, die seit 2011 zum Prozessorriesen gehört.

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Ein Intel-5G-Modem, das es nie geben wird.

(Bild: Intel)

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Apple soll weiterhin aktiv daran interessiert sein, Funktechnik von Intel zu besitzen. Wie der IT-Newsdienst The Information unter Berufung auf informierte Kreise schreibt, gibt es aktuell Gespräche darüber, ob Apple zumindest Teile der Intel-Modemabteilung mit Sitz in Deutschland übernimmt. Diese hat eine lange Tradition: Es handelt sich ursprünglich um das Wireless-Segment des bayerischen Halbleiterproduzenten Infineon, der selbst einst von Siemens ausgegründet worden war.

Intel hatte die Funkchip-Produktion von Infineon bereits vor acht Jahren erworben und daraus dann die Intel Mobile Communications (IMC) gemacht. Die Gruppe hatte 2011 noch 3500 Mitarbeiter und kostete beim Aufkauf rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Sie versorgt unter anderem Apple mit LTE-Basebands für das iPhone.

Intel ist derzeit dabei, sich aus dem Funkchip-Segment zurückzuziehen – beziehungsweise plant zumindest keine großen Investitionen mehr. Das Unternehmen hatte sich im Frühjahr entschieden, keine 5G-Chips zu produzieren – obwohl Apple auf diese eigentlich angewiesen war. Gespräche über eine Komplettübernahme von IMC durch Apple sollen jedoch gescheitert sein – obwohl der iPhone-Hersteller selbst mit einer eigenen Modemfertigung, an der seit Jahren gearbeitet wird, nicht voranzukommen scheint.

Apple könnte sich eine Übernahme von IMC problemlos leisten. Milliardenübernahmen im einstelligen Bereich, wie die von Beats, stemmt das Unternehmen quasi aus der Portokasse – Apples Barmittelbestand soll bei über 200 Milliarden Dollar liegen. Die Frage ist allerdings, wie viel Intel für die Abteilung haben möchte. IMC ist weltweit engagiert, die für Apple wichtige Modemabteilung sitzt aber in Deutschland. The Information spekuliert, dass eine Übernahme "Hunderte von Modemingenieuren" unter Apples Fittiche bringen könnte. Einige Intel-Mitarbeiter sollen bereits zu Apple "rübergemacht" haben, so im Februar Umashankar Thyagarajan, der zentral für Intels 5G-Bemühungen verantwortlich gewesen sein soll.

Der iPhone-Hersteller hatte im Frühjahr eine Einigung mit Qualcomm in einem jahrelangen Patent- und Lizenzstreit erzielt. Es ist aber bekannt, dass Apple weiterhin die Kerntechnik der Modems in die eigenen Hände bekommen möchte. Entsprechend würde eine Übernahme der deutschen Teile von IMC ins Bild passen. (bsc)