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Apple spezifiziert Datenschutz-Bemühungen und benennt Regierungsanfragen

Apple hat neue Details zu Verschlüsselung, Datenspeicherung und der Verwendung von Nutzerprofilen veröffentlicht. Der jüngste Transparenzbericht gibt Auskunft über staatliche Anfragen nach Nutzerdaten.

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(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Apple hat weitere Informationen zum Datenschutz bei den eigenen Produkten sowie Diensten veröffentlicht. Die aktualisierten Privacy-Seiten gehen unter anderem auf Verschlüsselung, Datenspeicherung sowie Nutzerprofile ein und berücksichtigen dabei auch neue Funktionen in iOS 9 wie die Spotlight-Suchvorschläge oder das "Deep Linking" zu spezifischen Inhalten in einer App.

"Wir lehnen es für alle unsere Produkte ab, sogenannte Hintertüren einzubauen, weil das den Schutz, den wir integriert haben, schwächt. Deswegen können wir dein Gerät auch für niemanden entsperren", erklärt der Konzern. Auf Geräten mit Fingerabdrucksensor setzt iOS 9 jetzt standardmäßig auf einen sechsstelligen PIN-Code, statt sich wie bisher mit vier Ziffern zufrieden zu geben.

Apple nennt im Detail, welche Daten für verschiedene Dienste wie iCloud, Karten oder Apple Music erhoben werden und betont erneut, man sei nicht auf Einnahmen aus Werbung angewiesen, das eigene Geschäftsmodell basiere schließlich auf dem Verkauf von Hardware.

Auf iMessage-Nachrichten und FaceTime-Telefonate habe der Konzern keinen Zugriff. "Selbst auf Anordnung einer Behörde hin könnten wir dich nicht abhören", führt Apple aus und schränkt zugleich ein, dass die Textnachrichten im Rahmen des iCloud-Backups aber gesichert werden. Strafverfolgungsbehörden versuchen mitunter, auf diese Weise Zugriff zu erhalten. Die Speicherung in iCloud lasse sich "jederzeit abstellen", merkt das Unternehmen an.

Bei 94 Prozent aller Informationsanfragen handelt es sich laut Apple um Ermittlungsanfragen zu gestohlenen Geräten, die meisten davon stammen der Auflistung zufolge aus Deutschland. Nur bei 6 Prozent der Anfragen gehe es um "accountbezogene Daten": Hier führt die USA im ersten Halbjahr 2015 mit 971 Anfragen zu 2727 Benutzerkonten. In 81 Prozent der Anfragen seien "einige Daten" herausgegeben worden. Aus Deutschland kamen in diesem Zeitraum 78 Anfragen, in 42 Prozent der Fälle habe Apple "einige Daten" weitergegeben.

Im aktualisierten Transparenzbericht für das erste Halbjahr 2015 schreibt Apple, man habe zwischen 750 und 999 Nationale Sicherheitsanfragen (National Security Requests) erhalten, die zwischen 250 und 499 Benutzerkonten betroffen haben. Genauere Angaben dürfe man von Gesetz wegen nicht veröffentlichen.

Die Datenschutz-Seiten umfassen auch Hinweise zur Konfiguration der Privatsphäreneinstellungen, die über Tipps für sichere Kennwörter bis zu Merkmalen von Phishing-Mails reichen. Das ausführliche Sicherheits-Whitepaper hat Apple in Hinblick auf iOS 9 aktualisiert. (lbe)