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Apple stellt Dividende in Aussicht

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Erstmals seit 1995 will Apple für Aktionäre wieder eine Dividende ausschütten. Das kündigte das Unternehmen am Montag in einer Mitteilung an. Die Auszahlung wurde auf 2,65 US-Dollar (rund 2 Euro) pro Aktie im Quartal angesetzt und soll im vierten Geschäftsquartal 2012 beginnen. Zudem plant der iPhone-Hersteller, eigene Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar zurückzukaufen. Insgesamt sollen binnen drei Jahren für das Vorhaben 45 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden. Mit dem Aktienrückkauf will das Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr beginnen.

Apple hatte in den 1990er Jahren die Dividendenzahlungen eingestellt, als das Unternehmen am Abgrund stand. Inzwischen sitzt der iPhone-Hersteller jedoch auf einem Geldberg von rund 100 Milliarden US-Dollar (76 Milliarden Euro). Mit einem Börsenwert von zuletzt rund 546 Milliarden US-Dollar ist Apple das derzeit am höchsten bewertete Unternehmen der Welt. Die Anteilseigner hoffen schon seit langem auf eine Dividende oder einen Aktienrückkauf.

Die Dividende ist eine Beteiligung der Aktionäre am Erfolg des Unternehmens. Sie wird normalerweise periodisch ausgeschüttet. Berechtigt sind dabei alle, die am Tag der die Dividende beschließenden Aktionärsversammlung Anteile des Unternehmens haben. Die Beteiligung am Gewinn kann auch in Form von Gratisaktien erfolgen, das heißt in zusätzlichen Aktienanteilen. Oder Anteilseigner erhalten das Recht, Papiere zu einem bestimmten Preis pro Aktie zu erwerben.

[Update:] Man habe einen Teil des Geldes für "großartige Investitionen" eingesetzt, betonte Konzernchef Tim Cook. Etwa für Forschung und Entwicklung, neue Apple-Läden, strategische Vorauszahlungen oder Investitionen in die Zuliefererkette. "Sie werden in Zukunft mehr davon sehen", betonte er. Man habe immer noch genug Geld für strategische Gelegenheiten und den operativen Betrieb. "Wir haben sehr gründlich darüber nachgedacht."

Zugleich suchte Cook Sorgen zu zerstreuen, dass die Milliarden-Zahlungen Apple die nötigen Mittel für die Weiterentwicklung seiner Produkte nehmen könnten. "Innovation ist das wichtigste Ziel bei Apple und wir werden das nicht aus den Augen verlieren", bekräftigte er. "Das wird uns keine Türen verschließen." Die Produktpipeline bei Apple sei zudem bereits prall gefüllt.

Apple-Gründer Steve Jobs, der das Unternehmen Ende der 90er Jahre vor der Pleite rettete und bis zu seinem Tod 2011 führte, galt als strikter Gegner einer Dividende. Sein Nachfolger Tim Cook machte den Aktionären dagegen Hoffnung auf eine Gewinnausschüttung. Schon seit Monaten hieß es, man überlege intensiv, wie der Geldberg im besten Interesse des Unternehmens und der Aktionäre genutzt werden könne. Apple hat rund 930 Millionen Aktien. Mehr als zwei Drittel davon liegen in der Hand institutioneller Investoren. Cook, der zum Amtsantritt eine Million Aktien bekam, werde auf eigenen Wunsch nicht von der Dividende profitieren.

Bei der Verwendung der Barreserven und kurzfristigen Investments muss Apple berücksichtigen, dass ein Großteil der Summe – etwa zwei Drittel – sich außerhalb der USA befindet. Sollte Apple dieses Geld in Amerika einsetzen wollen, würden hohe Steuern fällig.

Cook stellte schon vorher klar, dass die Aktionäre nicht zu viel erwarten sollten. "Wir geben unser Geld aus als wären es unsere letzten Pennies. Ich denke, die Aktionäre erwarten das auch von uns", sagte Cook im Februar vor Investoren. Das Geld brenne Apple kein Loch in die Tasche. Auch jetzt betonte er, dass Apple sich die Änderung seiner Dividendenpolitik in der Zukunft vorbehalte.

Als einzige weitere Nachricht über die Dividendenankündigung hinaus sprach Cook auf Anfrage von "Rekordverkäufen" des neuen iPad, das am vergangenen Freitag in den Handel ging. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht.[/Update] (Mit Material der dpa) / (lbe)