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Apple stellt die Apple Watch vor

Spekuliert wird über eine Smartwatch von Apple bereits seit mehr als anderthalb Jahren, nun schafft der Konzern Fakten.

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Nach all der Zeit hat Apple endlich seine Vision einer Smartwatch vorgestellt – nicht unter dem Namen "iWatch", sondern als "Apple Watch". Und dabei ginge es laut Tim Cook nicht darum, ein iPhone auf ein Miniformat zu schrumpfen. Bei einem kleinen Display wären etwa Fingergesten nicht vernünftig auszuführen.

Neuer Bedienansatz: Die Apple Watch hat neben einem Touchscreen eine "digitale Krone" an der rechten Seite.

(Bild: Apple)

Angeboten wird die Uhr in zwei Größen (mit einer Höhe von 3,8 und 4,2 cm) und jeweils drei Varianten: als Apple Watch, Apple Watch Sport und Apple Watch Edition (in 18 Karat Gold). Nach unseren Berechnungen müsste das Uhrengehäuse rund 1,2 cm dick sein. Hinzu kommt eine ganze Palette von Armbändern mit allen möglichen Designs, Farben und Materialien. Apples erste Smartwatch soll ab Anfang 2015 geben, preislich startet das Gerät ab 349 US-Dollar.

Erwartungsgemäß benötigt man ein iPhone, um alle Funktionen der Uhr nutzen zu können; einen eigenen Mobilfunk-Chip hat sie nicht. Die Kopplung mit dem Handy läuft voraussichtlich über die stromsparende Funktechnik Bluetooth 4.0 Low Energy (LE), auch Bluetooth Smart genannt, die das iPhone seit dem Modell 4S beherrscht. Allerdings setzt die Apple Watch für die Nutzung mindestens ein iPhone 5 voraus, auf dem iOS 8 installiert sein muss. Unklar blieb, warum die Uhr laut Apple auch mit einem WLAN-Chip (802.11b/g) ausgestattet ist.

Funktionen der Apple Watch (13 Bilder)

Apples Armbandcomputer spielt Musik ab und noch mehr.

Sensoren (Infrarot und LEDs mit sichtbarem Licht) auf der Gehäuserückseite messen den Puls des Nutzers.

(Bild: Apple)

Bereits von Beginn an war über ein gebogenes Display spekuliert worden; tatsächlich handelt es sich um ein abgerundetes Retina-Display mit Saphirglas, dem zweithärtesten Material nach Diamant.

Trotz Touch-Display bedient man die Apple Watch mit dem auffälligsten Bedienelement, der "digitalen Krone" an der rechten Seite, mit der man zoomt, Apps startet, blättert und per Knopfdruck auf den Home-Bildschirm zurückkehrt. Zudem lässt sich darüber eine Sprachverbindung zu Siri aufbauen.

Ein Knopf unter der Krone bringt die persönlichen Kontakte auf den Vordergrund. Den sozialen Funktionen scheint Apple hier also tatsächlich ein eigenes Bedienelement zu spendieren. Freunden kann man dann etwa animierte Emoticons und schnell auf dem Touchdisplay angefertigte Strichzeichnungen schicken.

Auch eine weitere herausstechende Funktion der Apple Watch bezieht sich auf die Bedienung: Die um das Retina-Display der Uhr eingearbeitete Sensorik kann zwischen einem einfachen Antippen und einem Drücken unterscheiden. So kann man per „Force Touch“ innerhalb von Anwendungen andere Navigationsebenen oder Funktionen auslösen als mit einer Touch-Eingabe.

Großen Wert gelegt wurde laut Cook auch darauf, dass die Uhr sehr präzise läuft. So sei die Uhr bis auf plus/minus 50 Millisekunden genau. Gleich 11 virtuelle Ziffernblätter werden mitgeliefert, die sich laut Apple sehr stark an dem individuellen Geschmack anpassen lassen.

Der induktive Ladeadapter.

Das Herz der Uhr ist ein spezieller Chip namens S1, der laut Apple praktisch ein komplettes Rechnersystem auf einem Chip darstelle. In der Uhr steckt neben einem Beschleunigungssensor auch ein Pulsmesser. Die Uhr kann zwischen Stehen, Gehen und Sport unterscheiden, die einzelnen (Nicht-)Aktivitäten werden in der dazugehörigen App durch drei verschiedene Ringe dargestellt.

GPS und WLAN des gekoppelten iPhones werden genutzt, um die zurückgelegte Distanz zu messen. Apple liefert selbst eine App mit, die zum Benutzer und dessen Fitness passende Ziele vorgibt. Entwickler können mit Hilfe des Frameworks WatchKit eigene Apps schreiben und anbieten: Das SDK soll die iPhone-Apps dabei auf die Uhr "erweitern" – womit klar ist, dass zu praktisch jeder Uhren-App auch eine passende Anwendung auf dem gekoppelten Mobiltelefon laufen muss. Die Apple Watch unterstützt außerdem auch Apples neues Bezahlsystem Apple Pay.

Über ein "Gentle Tap" lässt sich eine Art Morsecode an andere Apple-Watch-User senden. Die Uhr des Empfängers vibriert dann. Zudem lässt sich der eigene Herzschlag aufzeichnen und als Nachricht senden.

Darüber hinaus beherrscht die Apple Watch die Funktionen, die man von aktuellen Smartwatches gewohnt ist. Dazu gehört etwa die Anzeige von auf dem gekoppelten Handy eintreffende Meldungen und Anrufe – einschließlich Makelfunktionen. Ebenso kann man über die Apple Watch die Musikwiedergabe auf dem iPhone steuern oder sich von der Uhr an Termine erinnern und navigieren lassen. Und auch das Apple TV soll von der Uhr aus fernbedienbar sein. Auf der Apple Watch landen schließlich automatisch alle Bilder, die man auf dem iPhone zu Favoriten erklärt hat.

Apple machte bislang keine Angaben zur Größe und zur Auflösung des Displays. Dies Größe dürfte nach den Abbildungen aber schätzungsweise bei 1,5 bis 1,6 Zoll liegen. Bei einem Retina-Display wie beim iPhone 4 bis 5s mit 326 ppi läge die Auflösung dann bei etwa 480 × 480 Pixel. Der quadratisch iPod nano, der der neuen Uhr ein wenig ähnelt und für den es virtuelle Ziffernblätter gab, hatte seinerzeit 240 × 240 Pixel auf 1,54 Zoll.

Die Achillesferse der Smartwatches sind bislang fraglos die Laufzeiten, die stark vom Display abhängen: Die schicken OLEDs ziehen ordentlich Strom, während E-Ink-Displays zwar den kleinen Uhrenakku schonen, dafür aber monochrom und nicht sonderlich attraktiv daherkommen. Als bester Kompromiss galt bislang die sogenannte Mirasol-Technik, grob gesagt ein schnelles farbiges E-Paper-Display. Allerdings sind Uhren mit diesen Bildschirmen vergleichsweise kontrastarm, zudem muss man den doch etwas geringen Kontrast und die Frontbeleuchtung (Backlight ist technisch nicht möglich) mögen.

Bei dem schicken Display der Apple Watch stellt sich daher die Frage nach der Batterielaufzeit. Hierzu äußerte sich das Unternehmen jedoch nicht, sondern gab lediglich an, dass der Akku über Induktion aufgeladen wird. Im Präsentationsvideo wurde zudem betont, dass sich das Display einschalte, wenn der Nutzer den Arm hebe; daraus lässt sich schließen, dass es nicht dauerhaft eingeschaltet ist.

Eindeutige Informationen fehlen auch noch zur Frage nach der Wasserdichtigkeit – obwohl Apple die Uhr in den Einspielern immer wieder in Verbindung mit Sport brachte. Und unklar blieb schließlich, welches Betriebssystem auf der Apple Watch zum Einsatz kommt. (nij)