Menü
Mac & i

Apple stellt klar: iOS-System-Apps lassen sich entfernen – nicht löschen

Mit iOS 10 ist es Nutzern erstmals möglich, 23 fest vorinstallierte Apps zu "entfernen". Gelöscht werden die Programm dadurch aber nicht, betonte Apples Software-Chef. Der kleine Unterschied hat konkrete Auswirkungen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 101 Beiträge
iOS

Die Zahl der vorinstallierten Apps nahm in den vergangenen Jahren langsam zu.

(Bild: dpa, Vincent Jannink)

Anzeige
Apple iPhone 6s 16GB grau
Apple iPhone 6s 16GB grau ab € 287,09

Das vollständige Löschen von Apples Standard-App wird auch in iOS 10 weiterhin nicht möglich sein. Nutzer können mit der kommenden Version des Betriebssystems 23 vorinstallierte Apps zwar erstmals entfernen, die App selbst wird dabei aber nicht gelöscht, wie Apples Software-Chef Craig Federighi in einem Interview mit The Talk Show klarstellte.

Obwohl das Entfernen der System-Apps nach dem selben Prinzip funktioniert wie das Löschen der aus dem App Store bezogenen Apps, bleiben die Apple-Programme nach dem Antippen des kleinen X-Buttons als Teil des Betriebssystem installiert. Nur die Nutzerdaten und Konfigurationsdaten werden entfernt und das Icon erscheint nicht länger auf dem Homescreen.

Grund ist laut Federighi, dass die System-Apps ein fester Bestandteil des signierten Betriebssystems sind und bleiben müssen: Sollten plötzlich einzelne Komponenten auf manchen Geräten fehlen, könne die Sicherheit des Systems nicht mehr gewährleistet werden.

Der App Store, in dem die System-Apps inzwischen erstmals einzeln aufgeführt werden, lädt diese anschließend also auch nicht wieder auf das Gerät, sondern aktiviert sie lediglich wieder.

Der versteckte Verbleib der System-Apps auf dem Gerät bedeutet zugleich, dass sich durch ihr “Löschen” kein Speicherplatz zurückgewinnen lässt – abgesehen von den Nutzerdaten, die sich aber auch jetzt schon bei Apps wie Musik und Videos entfernen lassen. Alle System-Apps zusammen belegen laut Apple sowieso nur rund 150 MByte an Speicher, das Löschen großer Spiele und Apps wie iMovie räumt da erheblich mehr frei.

Der kleine Unterschied hat eine weitere Konsequenz: Obwohl die System-Apps nun im App Store auftauchen, kann Apple sie nicht auf diesem Wege aktualisieren. Updates für die vorinstallierten Programme bleiben also an die eher seltenen System-Updates gekoppelt.

Auch wenn das Programm verborgen auf dem Gerät verbleibt, hat das Entfernen der System-Apps dennoch handfeste Auswirkungen, da bestimmte Dienste daran gebunden sind: Darunter fällt etwa die Wetteranzeige auf der Apple Watch, die die Wetter-App auf dem iPhone voraussetzt oder das Abspielen von Podcasts im Auto über CarPlay.

Unklar bleibt, ob Apple noch ein System in iOS 10 integriert, das das Setzen von Standard-Apps erlaubt – also etwa den Austausch der Mail-App durch den E-Mail-Client eines Dritt-Entwicklers. (lbe)