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Apple und die Podcaster: Zwischen Vermarktungswünschen und Privatsphärenschutz

iTunes ist der größte Podcast-Katalog der Welt – auch wenn Apple sich scheinbar nur am Rande darum kümmert. Bei einem Gespräch in Cupertino konnten Audioproduzenten nun ihr Leid klagen.

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Podcasts in iTunes gibt's seit 2005 – so sah die Oberfläche ganz am Anfang aus.

(Bild: Apple)

Bei einem Treffen in Apples Hauptquartier in Kalifornien hat sich eine Reihe bekannter Podcast-Anbieter über die aktuelle Situation im iTunes-Podcast-Katalog beschwert. Sieben "führende Produzenten" von Audiosendungen sollen im vergangenen Monat in Cupertino auf einen Raum voller Apple-Mitarbeiter getroffen sein, schreibt die New York Times. Es habe dabei einen "offenen Austausch" gegeben, Apple habe den Podcastern danach aber "keine Versprechen" gemacht. iTunes-Boss Eddy Cue sei später hinzugekommen, um mit seinen Mitarbeitern über das Treffen zu sprechen.

Apple hatte den Podcast-Trend der letzten Jahre mit ausgelöst. Das Unternehmen betreibt seit 2005 innerhalb seiner Medienverwaltung iTunes einen Podcast-Katalog, der nach wie vor als weltweit wichtigste Anlaufstelle zum Entdecken neuer Audiosendungen gilt – wer hier in die Topcharts kommt oder eine redaktionelle Platzierung erhält, findet viele Zuhörer. Zudem ist die Podcasts-App unter iOS laut Marktforschern der beliebteste mobile Podcast-Abspieler. Podcasts arbeiten dezentral über RSS/Atom-Feeds und MP3-Downloads, Apple hostet sie nicht.

Die Podcast-Szene, die sich in den letzten fünf Jahren stark professionalisiert hat, kritisiert nun unter anderem, dass Apple sich zu wenig engagiert. So wünschen sich die Anbieter laut New York Times unter anderem mehr Daten von Apple, um besser Werbung verkaufen zu können, eine bessere Zusammenarbeit beim Marketing sowie die Möglichkeit, Podcasts vielleicht (auch) über Apples Plattform zu verkaufen.

Nicht alle Podcaster sehen in Apples Ansatz, der eher "Hands-off" zu sein scheint, allerdings ein Negativum. So kommentierte der Entwickler und Podcaster Marco Arment, der unter anderem hinter dem beliebten iOS-Client Overcast steckt, es sei gerade gut, dass Podcasts keine detaillierte Datenerfassung erlaubten, wie man sie aus dem Web kennt.

"Die [Publisher] können nicht erfahren, wer genau man ist, ob man gestern nach einem neuen Kühlschrank gesucht hat oder ob man die Anzeigen im Podcast mitbekommen oder den Podcast überhaupt nach dem Download angehört hat." Die großen Podcast-Anbieter fänden dies "barbarisch". "Ich selbst finde es wunderschön." Durch seinen aktuellen Ansatz schütze Apple das Medium sogar, so Arment. "Be careful what you wish for." (bsc)