Apple verbietet feministische Masturbations-App

Mit der App "HappyPlayTime" sollten Frauen ihren Körper entdecken können – und das durchaus geschmackvoll. Doch an Apples App-Store-Review-Team kam Entwicklerin Tina Gong nicht vorbei.

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Von
  • Ben Schwan

Wenn es um Inhalte sexueller Natur geht, kennt Cupertino in seinem App Store keinen Spaß – selbst Cover von Nachrichtenmagazinen, die an jedem deutschen Kiosk verfügbar sind, bekamen da schon mal Probleme. Der US-Entwicklerin Tina Gong war das durchaus bewusst. Trotzdem glaubte sie, dass ihre App "HappyPlayTime", mit der Frauen ihren Körper besser kennenlernen sollten, um das "Stigma der weiblichen Masturbation zu durchbrechen", zulassen würde.

Geklappt hat das leider nicht – auch nicht mit einem "ab 17"-Rating. Wie Gong in ihrem Blog schreibt, wurde die App, obwohl sie keine optisch expliziten Inhalte aufweist, abgelehnt. Auch ein Schreiben, in dem Gong dies nochmals genau aufführte, half nichts – obwohl sie zahlreiche Presseartikel in bekannten Publikationen zu ihrem Projekt aufzählen konnte. "Wenn Sie "HappyPlayTime" in iTunes erlauben, werden Sie als ein Vorreiter für Frauen und Mädchen angesehen werden", so Gong.

"Übermäßig anrüchig": Ablehnungsschreiben für "HappyPlayTime".

(Bild: Tina Gong)

Apples Antwort war ein Schreiben des "App Review Board". Darin wurden die Punkte 16.1 und 18.1 in den App-Store-Richtlinien aufgeführt, in denen unter anderem "übermäßig anrüchige" Inhalte ausgeschlossen werden. Man verstehe zwar "die Intentionen hinter der App", doch sei die Anwendung trotzdem nicht für den Store geeignet. "Es wäre passend, wenn Sie Ihr App-Konzept überarbeiten", so Apple. Das Programm enthalte Inhalte, "die viele Publikumsgruppen anstößig finden" könnten.

Gong will ihre App nun in Form einer auch auf dem iPhone nutzbaren Web-Anwendung bereitstellen und erwägt, eine Android-Version zu entwickeln. (bsc)