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Apple verzichtet auf Umweltzertifikat

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Apple hat seine Beteiligung an der EPEAT-Zertifizierung zurückgezogen. Das teilt die auf die Umweltbewertung elektronischer Geräte spezialisierte Organisation mit. Der Rückzug von Apple gilt offenbar nicht nur für die Zukunft: Die Datenbank von EPEAT listet das Unternehmen gar nicht mehr und auch in den aktuellen Produktumweltberichten von Apple fehlt nun auch bei bereits zertifizierten Produkten der Hinweis auf das EPEAT-Label.

Weltweit lassen 48 Hersteller ihre Produkte bei EPEAT überprüfen, für Deutschland gibt die Datenbank aktuell gut 1200 Produkte von 13 Anbietern an. Zu den Prüfkriterien gehören die verwendeten Materialien, Recyclingfähigkeit, Lebensdauer, Energieverbrauch, Verpackung sowie Existenz und Qualität eines Rücknahme- und Recyclingservice.

Der Akku des Retina-Macbook ist mit dem Gehäuse verklebt.

(Bild: ifixit )

Bislang konnte Apple mit zwei Labels für die Umweltverträglichkeit seiner Produkte werben: dem Energystar und dem EPEAT-Goldlabel, das belegt, dass nicht nur die Mindestbedingungen, sondern auch mindestens drei Viertel der optionalen Anforderungen erfüllt werden. Nicht nur für US-Behörden gelten Vorgaben, bevorzugt Geräte mit diesen von der US-Umweltbehörde EPA initiierten Labels zu kaufen. Für EPEAT war Apple ein wichtiger Unterstützer bei der Durchsetzung eines umweltverträglichen Standards für die Elektronikproduktion.

Apple hat zu den Gründen für den Rückzug keine Mitteilung herausgegeben, sodass man darüber nur spekulieren kann. Das Design des Retina-MacBooks hätte aber laut einem Gepräch des Wall Street Journals mit dem EPEAT-CEO Robert Frisbee nicht die Mindestbedingungen der Zertifizierung erfüllt, da unter anderem der Akku mit dem Gehäuse verklebt ist, was eine Reparatur sowie das Recycling mindestens erschwert. Ob Apple das EPEAT-Label zukünftig mit einem eigenen oder anderen Zertifizierungssystem ersetzen wird, ist noch nicht bekannt.

[Update 09.07.12 15:51] Einem Bericht des Reparaturportals iFixIt.org zufolge könnte Apple aufgrund des fehlenden EPEAT-Labels Probleme bekommen, seine Hardware in großen Stückzahlen an US-Bundesbehörden zu verkaufen. Diese setzten zunehmend auf eine Zertifizierungspflicht. Apple hat sich zu dem Thema bislang noch nicht geäußert. (anm)