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Apple vs. Samsung: "Galaxy-Erfolg dank Marketing"

Samsung will die Jury im Patentprozess gegen Apple davon überzeugen, dass nicht vom iPhone kopierte Funktionen seine Smartphones zu Verkaufsschlagern machten.

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Apple vs. Samsung, 2. Runde

Seit Ende März 2014 läuft der zweite Prozess zwischen Apple und Samsung. Diesmal geht es ausschließlich um angeblich verletzte Patente, Geschmacksmuster (Design-Patente) spielen keine Rolle. Apple verlangt einen Schadenersatz von 2 Milliarden US-Dollar, Samsung seinerseits möchte 7 Millionen haben.

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Im zweiten kalifornischen Patentstreit zwischen Apple und Samsung wurden am Montag erneut Zeugen der Südkoreaner gehört. So trat die leitende User-Interface-Designerin Youngmi Kim vor das Gericht, die seit 2004 in Samsungs Gestaltungsteam arbeitet. Die Funktion "Slide to unlock", um die es in diesem Patentprozess unter anderem geht, sei von Samsung "absolut nicht" gestohlen worden. "Wenn wir an der gleichen Sache wie Apple arbeiteten, hätte das für uns keinen Vorteil. So können wir unsere Produkte nicht differenzieren. Das ergibt keinen Sinn", erläuterte Kim.

Kim sagte zu von Apple vorgelegten Dokumenten (siehe Bild unten), in denen Vergleiche von Samsung-Software mit Apples Lockscreen-Funktion gezogen wurden, dass diese aus einer Zeit stammten, als die Entscheidung bereits gefallen sei.

Die weiteren Zeugen vom Montag, darunter Ingenieure von Google und Marketing-Manager von Samsung, sollten belegen, dass Samsung seine Position im US-Smartphone-Markt durch Werbung und Hardware-Innovationen erreicht habe, nicht durch Kopieren von Apples Patenten. So habe Samsung deutlich mehr Geld in Markenwerbung investiert, statt Mobilfunkanbieter zu subventionieren.

Interne Präsentation: Genau angesehen haben sich die Samsung-Designer Apples Lösungen durchaus.

(Bild: Gericht / Samsung)

Der ehemalige Nike-Marketing-Mann Todd Pendleton erklärte, er habe Samsung Mobile in eine Ära des "Echtzeit-Marketing" geführt. Vor seiner Ankunft soll Samsung nicht einmal einen Twitter-Account für seine Handy-Sparte in den USA gehabt haben.

Dass Samsung Apple unbedingt schlagen wollte, ergibt sich auch aus einem internen Planungsmemo aus dem Jahr 2012, das am Montag bekannt wurde. Dale Sohn, Chef der Telekommunikationssparte für Amerika, schrieb: "Apple zu besiegen ist nicht länger unser Ziel, es ist unsere Überlebensstrategie."

Offenbar sollte dabei auch Google eine wichtige Rolle spielen: Sohn wollte den Internet-Riesen dazu bringen, eine "Kampagne gegen Apple" zu starten, basierend auf den "vielen besseren Android-Produkten", die es mittlerweile ja gebe. (bsc)