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Apple will Krankenakten von US-Soldaten aufs iPhone holen

9 Millionen Veteranen könnten künftig ihre Gesundheitsdaten über die iOS-Health-App verwalten, wenn Apple und das zuständige Ministerium einen Deal abschließen.

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Apple will Krankenakten von US-Soldaten aufs iPhone holen

Soldaten der US-Armee.

(Bild: U.S. Army / Sgt. Sarah Kirby)

In den USA ist es Apple bereits gelungen, mit verschiedenen Krankenhäusern und Versicherern Verträge zu schließen, die es Patienten erlauben, ihre Gesundheitsdaten auf Apple-Smartphones einzusehen und zu transportieren. Nun steht der nächste große Brocken an: Einem Medienbericht zufolge verhandelt der Konzern mit dem U.S. Department of Veteran Affairs (VA), um die Krankenakten von neun Millionen Kriegsveteranen auf iOS-Geräte zu hieven.

Laut dem Wall Street Journal will Apple dazu eine eigene Software entwickeln, mit der es möglich ist, dass die Patienten ihre Daten auf iPhones transferieren. Dies hätte den Vorteil, diese portabel zu machen, um sie beispielsweise zu neuen Praxen mitzunehmen. Apple soll neben der Software auch "Engineering Support" für das Ministerium leisten. Das Projekt wird laut dem Bericht auf höchster Ebene diskutiert; auch Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald J. Trump seien an den Verhandlungen beteiligt. Apple wollte die Verhandlungen nicht kommentieren; man habe "nichts anzukündigen", sagte eine Sprecherin gegenüber dem Wall Street Journal.

Apple erhofft sich vom Gesundheitsmarkt gute Geschäfte. Das Unternehmen liefert seit 2014 in iOS eine eigene App namens Health mit, die Fitnessdaten sammelt, aber auch Infos zu Medikationen und Krankenakten aufnehmen kann. Seit Anfang Januar setzt Apple zudem auf den Standard FHIR zum Austausch von medizinischen Daten. Schon zum Start der Betaphase von iOS 11.3 unterstützten zwölf amerikanische Krankenhäuser die Technik. Zuvor waren auch schon proprietäre Lösungen für bestimmte Gesundheitsversorger implementiert worden.

Der amerikanische Gesundheitsmarkt ist gigantisch – er umfasst Umsätze von über 3 Billionen US-Dollar im Jahr. Apple hat mittlerweile diverse wichtige Stellen für dieses Segment geschaffen, so arbeitet David Feinberg, der selbst aus dem Krankenhausgeschäft kommt, mittlerweile als Chef der Gesundheitsinitiativen bei dem iPhone-Produzenten. Die Apple Watch enthält seit diesem Jahr zudem eine EKG-Funktion.

Die VA-Kooperation könnte Apples Pläne entscheidend voranbringen. Vorstellung des Konzerns ist es, die Gesundheitsversorgung stärker zu automatisieren. So könnte man aus der elektronischen Krankenakte Rezepte für Medikamente in anderen Apps anfordern. Apple würde dann, schätzt das Wall Street Journal, eine Umsatzbeteiligung erhalten, so wie man dies von Apps kennt – in Höhe von 15 oder 30 Prozent. Mit den neun Millionen Veteranen hätte Apple mit einem Schlag zudem die größte Mobilplattform mit Gesundheitsdaten in den USA unter seiner Kontrolle. Die Verhandlungen ziehen sich allerdings: Erste Diskussionen mit dem Veteranen-Ministerium gab es bereits Anfang 2017, hieß es. (bsc)