Menü
Mac & i

Apple will Monopol-Klage gegen iTunes abweisen lassen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 72 Beiträge

In einem Kartellprozess gegen Apple haben Anwälte des Computerkonzerns den vorsitzenden US-Bundesrichter aufgefordert, die Sammelklage abzuweisen. In dem ursprünglich seit 2005 laufenden Verfahren muss sich Apple mit Vorwürfen auseinandersetzen, mit der strengen Kontrolle der iTunes-Umgebung und der Verknüpfung des iPods mit iTunes den Online-Musikmarkt zu monopolisieren. Die ursprüngliche Klage eines iPod-Besitzers wurde inzwischen mit ähnlichen Verfahren zusammengelegt, darunter auch die Klage einer Rechtsanwältin von 2008.

Apple will die Klagen nun endgültig abweisen lassen. Der iPod-Hersteller argumentierte laut US-Medienberichten im Rahmen einer Anhörung am Montag, 2004 eingeführte Formatbeschränkungen der iTunes-Software seien nicht wettbewerbswidrig gewesen, sondern hätten zur Qualitätssicherung beigetragen. Das Gericht will nun bis Mai über die mögliche Einstellung des Verfahrens entscheiden.

In dem Monopolverfahren geht es um eine Zeit, als Musik im Internet legal nahezu ausschließlich mit Kopierschutz erhältlich war. Die Kläger monieren, dass der iPod mit einem 2004 eingeführten Softwareupdate nicht mehr in der Lage gewesen sei, Musik mit anderen Kopierschutzsystemen außer Apples eigenem Fairplay abzuspielen, etwa von Real Networks. Da auch das verbreitete WMA-System nicht unterstützt worden sei, blieben ihr alternative Musikanbieter verschlossen, und sie sei als Verbraucherin exklusiv an den iTunes-Store gebunden.

Vor wenigen Tagen hatte Apple-CEO Steve Jobs trotz seiner krankheitsbedingten Auszeit auf Drängen des Richters persönlich in dem Verfahren ausgesagt. Dem CEO ist Ärger in Wettbewerbsfragen nicht fremd. In Europa musste sich Apple wegen iTunes heftige Kritik von Verbraucherschützern sowie eine Untersuchung der EU-Kommission gefallen lassen.

Apples Marktmacht hat seither allerdings auch dazu beigetragen, dass kopierschutzfreies MP3 zum Standardformat für legale Musikdownloads avancierte. Es war Jobs, der mit einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Kopierschutzverfahren den Stein ins Rollen brachte, der am Ende den DRM-Schutzwall zum Einsturz bringen sollte. (vbr)