Apple will eigene Podcasts finanzieren

Einem Bericht zufolge möchte die Dienstesparte des Konzerns stärker mit Spotify und Audible konkurrieren, wo bereits eigene Audiosendungen vermarktet werden.

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Die Podcasts-App in macOS Catalina.

(Bild: Apple)

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Apple wird mehr und mehr zum Content-Produzenten. Nachdem der Konzern für Herbst einen eigenen Film- und TV-Seriendienst namens Apple TV+ angekündigt hat, soll es nun offenbar auch Podcasts geben, die vom iPhone-Hersteller finanziert und vermarktet werden. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Aktien von Apples direktem Konkurrenten Spotify fielen auch in Reaktion auf die Nachricht am Dienstag um 1,8 Prozent.

Apples Managementteam soll laut der Meldung damit begonnen haben, Kontakt zu Medienfirmen aufzunehmen, um Exklusivrechte für Podcasts einzukaufen. Das wäre eine komplette Neuausrichtung der Strategie. Aktuell ist Apple nur eine Plattform für Podcasts – und gibt sich dabei neutral.

Die Podcasts-App des Konzerns für iOS gilt als das populärste Werkzeug zum Anhören von Audiosendungen überhaupt; die Medienverwaltung iTunes, die demnächst in Einzelanwendungen zerlegt wird (darunter auch ein eigenes Podcasts-Tool), ist der wichtigste Podcast-Katalog weltweit. Dabei verweist Apple stets auf Inhalte von Dritten und mischt sich in den Content-Bereich nicht ein.

Das scheint das Unternehmen nun ändern zu wollen – und fährt damit eine Strategie, auf die auch Spotify setzt. Der Musik-Streaming-Dienst ist Hauptkonkurrent von Apple Music, hatte zuletzt aber viel Geld für Audiosendungen in die Hand genommen. So wurde das Podcast-Studio Gimlet mit bekannten Shows wie "Reply All" für 230 Millionen US-Dollar übernommen. In diesem Jahr will Spotify laut eigenen Angaben eine halbe Milliarde Dollar in eigene Podcasts stecken.

Wie konkret Apple eigene Podcasts einbinden könnte, ist noch unklar. Das Unternehmen könnte sich ein Beispiel an Spotify nehmen und diese im Rahmen des Apple-Music-Abos vermarkten – als weiterer Grund, den 10 Euro im Monat teuren Streaming-Dienst zu abonnieren. Apple erhofft sich vom Service-Geschäft neue Topumsätze – auch, weil die iPhone-Sparte schrumpft.

(bsc)