Menü
Mac & i

Apple will es bei den E-Books noch einmal wissen

Der Konzern liegt Analysten zufolge mit iBooks deutlich hinter Amazons Kindle zurück. Nun soll eine verbesserte App samt überarbeitetem Angebot helfen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 50 Beiträge
Apple will es bei den E-Books noch einmal wissen

Die iBooks-App heißt künftig "Books" – auch sonst ändert sich einiges.

(Bild: Screenshot via MacRumors)

Um Apples E-Book-Geschäft war es zuletzt ruhig geworden – während die Bemühungen Apples im Musik- und Video-Business regelmäßig für Schlagzeilen sorgten. Das könnte sich demnächst ändern: Einem Medienbericht zufolge steht Apple kurz vor einem ernsthaften Wiedereinstieg in den Kampf gegen den Marktführer bei elektronischen Büchern, Amazons Kindle-Service.

Dazu ist ein größerer Umbau der E-Book-Apps für iPhone, iPad sowie vermutlich auch macOS geplant. Das Angebot bekommt zudem einen neuen Namen: Statt "iBooks" wird Apples Buchladen nur noch "Books" heißen. In der Betaversion von iOS 11.3, die seit dieser Woche vorliegt, ist diese Namensänderung bereits vollzogen.

Laut der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg ist bei Apple "das größte Upgrade des E-Book-Dienstes seit Jahren" geplant. Die neue Optik der App soll sich angeblich am überarbeiteten App Store in iOS 11 orientieren und benutzerfreundlicher sein. Es wird einen eigenen, neu gestalteten Bereich für Hörbücher geben und wohl mehr redaktionelle Inhalte. Eine "Reading Now"-Sektion erlaubt einen schnellen Zugriff auf Titel, die aktuell konsumiert werden.

Apple soll für die E-Book-Neuerungen auf die Dienste eines ehemaligen Amazon-Managers zurückgreifen. Kashif Zafar war zuvor Senior Vice President bei der Amazon-Hörbuch-Tochter Audible sowie Vizepräsident für Inhalte in der E-Reader-Abteilung des Buchhändlers Barnes & Noble.

Das Geschäftsmodell von Apple soll sich indes nicht verändern: Zwar plant der Konzern weiterhin, mit Diensten bis 2021 insgesamt 50 Milliarden US-Dollar im Jahr umzusetzen, das Hauptgeschäft läuft aber weiterhin mit der Hardware. Apple verkaufe E-Books, um seine hochpreisigen Geräte "attraktiver" zu machen, schreibt Bloomberg. Amazon setze hingegen auf günstige E-Reader, um dann an den Inhalten zu verdienen.

Apple und Amazon sind auch aus einem anderen Grund bei E-Books über Kreuz: Apple hatte im Rahmen eines Kartellverfahrens in den USA einen Millionenbetrag zahlen müssen – ein Gericht hatte festgestellt, dass Preisabsprachen mit Verlagen zu Lasten von Amazon gegangen sein sollen. Allerdings dominierte Amazon den E-Book-Markt zu diesem Zeitpunkt längst. (bsc)