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Apple will iPhone-NFC für Brexit-App öffnen

Die abgeschottete NFC-Schnittstelle verhindert, dass EU-Bürger den dauerhaften UK-Aufenthaltstitel per iPhone-App beantragen können – das soll sich bald ändern.

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Smartphone

EU-Bürger, die in Großbritannien bleiben wollen, können das künftig auch per iPhone-App beantragen.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Bis Jahresende wird Apple die in das iPhone integrierte Nahfunktechnik NFC offenbar für weitere Anwendungen freigeben. Die meist "Brexit-App" genannte Software zur Beantragung eines dauerhaften Aufenthaltstitels in Großbritannien durch EU-Bürger ("EU Settlement Scheme") werde bis Ende 2019 auch von Apple für die eigenen Geräte bereitgestellt, wie das britische Innenministerium inzwischen mitteilte.

Bislang ist die App zur Identitätsprüfung nur für Android-Geräte verfügbar. Sie liest den Ausweis-Chip per NFC aus, der Antragsteller muss zudem Fragen beantworten, seinen Wohnsitz in Großbritannien nachweisen und ein "Selfie" übermitteln. Der Ausweis-Scan ist bisher mit dem iPhone nicht möglich, weil Apple die NFC-Schnittstelle stark abschottet. Nach Kritik von Parlamentsmitgliedern über die fehlende iPhone-Unterstützung schob das Innenministerium die Schuld im vergangenen November auf Apple: Der Konzern wolle "das Update, das wir zur Funktion der App benötigen, nicht veröffentlichen", hieß es damals – das hat sich nun offenbar geändert.

Er habe "zahlreiche Gespräche mit Apple auf höchster Ebene geführt" und man habe nun eine gemeinsame Lösung gefunden, bestätigte der britische Innenministers Sajid Javid gegenüber dem Guardian. Apple werde die "nötigen Änderungen" vornehmen, so dass die App bis Jahresende auf iPhone und iPad funktioniere.

Welche technischen Anpassungen Apple genau vornehmen will, bleibt vorerst offen. Dass die Freigabe für die Brexit-App erst zum Jahresende erfolgen soll, deutet daraufhin, dass die Änderungen hinsichtlich NFC erst mit iOS 13 kommt. Das nächste große System-Update für iPhone und iPad wird wie gewohnt im Herbst erwartet.

NFC-Funktionen müssen von Apple freigegeben werden – an ersten US-Universitäten dient das iPhone inzwischen als Türöffner.

(Bild: Apple)

Die Funktionen des seit 2014 in iPhones verbauten NFC-Chips werden von Apple strikt kontrolliert, ursprünglich war die Nahfunktechnik nur für den Bezahldienst Apple Pay gedacht.

Banken fordern seit längerem eine Öffnung der NFC-Schnittstelle, um eigene Apps für kontaktlose Zahlungen auf das iPhone zu bringen – und Apple nicht an Transaktionen über Apple Pay beteiligen zu müssen. Eine Freigabe für Banking-Apps würde die Sicherheit der Geräte "grundlegend mindern", hielt Apple bislang dagegen.

Seit iOS 11 können Dritt-Apps die NFC-Schnittstelle nutzen, um NFC-Tags auszulesen, allerdings nur, wenn dort das NFC Data Exchange Format (NDEF) zum Einsatz kommt. Auch die niederländische Regierung rief Apple im vergangenen Jahr Berichten zufolge dazu auf, die NFC-Schnittstelle des iPhones zu öffnen, damit Bürger bestimmte digitale Dienste nutzen können.

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(lbe)