Menü
Mac & i

Apple will medizinische Diagnosedaten auf dem iPhone sammeln

Um die Health-App zur Sammelstelle für Patientendaten zu machen, arbeitet Apple einem Bericht zufolge mit einem Start-up zusammen, das zentrale Krankenakten erstellt. Mit iOS 11 lassen sich Health-Daten erstmals über iCloud synchronisieren.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 52 Beiträge
CareKit iPhone

Mit der Schnittstelle CareKit will Apple das Anbieten von Apps rund um die medizinische Nachbetreuung erleichtern.

(Bild: Apple)

Apple will das Anlegen einer Patientenakte in der Health-App auf dem iPhone vereinfachen: Dafür arbeitet der Konzern mit dem Start-up Health Gorilla zusammen, wie der Nachrichtensender CNBC berichtet. Das Start-up arbeitet an einem “klinischen Netzwerk” und hat sich darauf spezialisiert, medizinische Testergebnisse und Diagnostik aus unterschiedlichen Quellen zu sammeln – etwa die Laborergebnisse eines Blutbilds –, um eine zentrale Patientenakte zu erstellen.

Apple will das Problem lösen, dass die Daten von Patienten oft verstreut und nur schwer zugänglich sind, so der Nachrichtensender – dies führe beispielsweise dazu, dass bereits durchgeführte Tests erneut vorgenommen müssen und eine Diagnose mehr Zeit erfordert oder dabei etwas übersehen wird. iPhone-Nutzer sollen nach Apples Vorstellung deshalb die Möglichkeit erhalten, ihre Gesundheitsdaten zentral zu sammeln, zu verwalten – und bei Bedarf auch zu teilen.

Dafür existiert seit längerem die in iOS integrierte Health-App, die bereits Fitness- und Körperdaten aus verschiedenen Quellen zusammenführen kann – bislang aber keine direkte Anbindung an die klinische Diagnostik bietet.

Mit iOS 11 bietet Apple erstmals die Option an, die Health-Datenbank über iCloud zu synchronisieren, wie Entwickler berichten. Bislang hat das Unternehmen die Gesundheitsdaten nur lokal gespeichert – und als Teil eines iCloud-Backups und verschlüsselten iTunes-Backups gesichert. Dies hat zur Folge, das sich die Health-Daten bislang nur auf einem neuen Gerät einspielen lassen, wenn dieses aus einem Backup wiederhergestellt wird.

Apple hat sein Engangement im Gesundheitsbereich in den letzten Jahren verstärkt: Mit HealthKit, ResearchKit und CareKit stellt das Unternehmen Schnittstellen und Frameworks für Dritte bereit, um Körperdaten zu erfassen, sowie klinische Studien und die Nachbetreuung durchzuführen. Auch die Apple Watch soll sich nach der Vorstellung von Apple-Chef Tim Cook zu einem umfassenderen Gesundheits-Instrument entwickeln, das "immer mehr Funktionen des eigenen Körpers" im Blick behält.

In Deutschland wird seit Jahren im Zusammenhang mit der elektronischen Gesundheitskarte auch über die elektronische Pateintenakte diskutiert. Sie soll alle Befunde, Medikationen und bisherigen Krankheiten eines Patienten zentral sammeln und allen Beteiligten (Patienten, Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen) möglicht einfach zur Verfügung stellen, ohne dabei den Datenschutz und die Privatsphäre des einzelnen Patienten anzugreifen.

Im April erst bezeichnete Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die elektronische Patientenakte als "Königsdisziplin" bei der Einführung der medizinischen Telematik in Deutschland. Kein Wunder, dass einige IT-Konzerne (und nicht nur Apple) hier ein weiteres, sehr lukratives Einnahmefeld sehen.

Mehr zum Thema:

(lbe)