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Apple wollte Dropbox kaufen

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Was in der Branche schon seit längerem als offenes Geheimnis galt, hat Dropbox-Chef Drew Houston nun offiziell bestätigt: Apple soll vor gut zwei Jahren versucht haben, den damals noch recht kleinen Cloud-Speicherdienst zu übernehmen. Es hätte gut gepasst: Dropbox ist unter Mac-Nutzern sehr beliebt und war von vorne herein gut an Mac OS X angepasst.

Wie Firmengründer Houston nun gegenüber dem Magazin Forbes sagte (Video), habe Steve Jobs im Dezember 2009 die Verhandlungen persönlich geführt. Neunstellig sollte der Preis sein, so Houston – ob es die 800 Millionen US-Dollar waren, die im September kolportiert wurden, wollte er aber nicht verraten. (Mittlerweile ist Dropbox laut seiner Investoren bis zu zwei Milliarden Dollar wert.)

Houston gab sich gegenüber Jobs und seinem Team zusammen mit Dropbox-Mitbegründer Arash Ferdowsi allerdings hart: Man wolle sein Business lieber unabhängig ausbauen und vermeiden, das Schicksal von anderen Aufkäufen, die in der Vergangenheit an große IT-Firmen wie Google oder Yahoo gingen, zu erleiden. Jobs wiederum, der bei den Verhandlungen Tee trank und Dropbox selbst laut eigenen Angaben gut kannte, riet den jungen Unternehmern, sich vor Investoren in Acht zu nehmen.

Houston und Ferdowsi fielen die Gespräche auch deshalb schwer, weil sie Jobs als persönlichen Helden betrachteten. Zu weiteren intensiven Verhandlungen kam es dann aber nicht mehr. Apple stellte schließlich im Sommer 2011 seinen neuen Dienst iCloud vor. Das sei ein Schock gewesen, so Houston. Von Dropbox als Firma war Jobs übrigens laut eigenen Angaben nie überzeugt: Es sei "ein Feature" und "kein Produkt". Mittlerweile hat der Dienst rund 50 Millionen Kunden und arbeitet laut eigenen Angaben profitabel. Dem Magazin Forbes gilt die Firma als "das heißeste Start-up in der Techszene": Dropbox-Chef Houston ist in der aktuellen Ausgabe sogar der Coverboy. (bsc)