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Apple zu Spionage-Chip-Vorwürfen: "Wir haben niemals etwas gefunden"

Gegenüber dem US-Kongress bekräftigte Apple, es habe niemals auffälligen, auf eine Infiltration hinweisenden Netzwerkverkehr beobachtet.

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Sollte sich der Bericht bestätigen, würde es sich wohl um die größte Datenspionage-Affäre seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden handeln.

(Bild: dpa, Mark Lennihan/AP)

Apple hat einen Bericht über die Infiltration von Servern durch chinesische Spionage-Chips nun auch gegenüber dem US-Kongress ausdrücklich zurückgewiesen: Apples proprietäre Sicherheits-Tools suchten kontinuierlich "nach genau dieser Art von ausgehendem Netzwerkverkehr", da dies auf Malware oder andere böswillige Aktivitäten hindeutet. "Es wurde niemals etwas gefunden", erklärte Apples Chef für Informationssicherheit George Stathakopoulos in einem Brief an das Senate Committee on Commerce, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Stathakopoulos betonte in dem Schreiben, sein Unternehmen sei den in dem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg Businessweek geschilderten Vorwürfen über eine Kompromittierung durch winzige Spionage-Chips auf den Mainboards des Herstellers Supermicro mehrfach nachgegangen und habe keinerlei Beweise für die Existenz solcher Hardware, eingeschleuste Schwachstellen oder eine Übertragung von Daten nach China finden können.

Auch habe es keine Kontaktaufnahme durch die US-Bundespolizei FBI gegeben, schreibt der Sicherheitschef, dies hatte Apple zuvor auch schon öffentlich bekanntgegeben.

Der Brief des Konzerns an den US-Kongress folgt auf die Mitteilungen von US-amerikanischen und britischen Behörden: Der US-Heimatschutz und die britische IT-Sicherheitsbehörde gaben am Wochenende zu Protokoll, es gebe keinen Anhaltspunkt, um an den Dementis von Apple und Amazon in dieser Angelegenheit zu zweifeln.

Bloomberg hielt Ende vergangener Woche an seinem ausführlichen Bericht über die Spionage-Chips fest – er stützt sich auf insgesamt siebzehn ungenannte Quellen. Einige der Aussagen des Berichtes stützten sich nur auf eine geringere Zahl oder gar keine aufgeführte Quelle, merkte Apple in dem Schreiben an den Kongress an. Der Sicherheitschef will in dieser Woche für weitere Fragen von Kongressmitglieder zur Verfügung stehen. (lbe)