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Apples App-Store-Chef: Vorerst weiter keine Upgrade-Möglichkeiten

Nach massiver Entwicklerkritik hat sich Phil Schiller zur Debatte über Upgrades im App Store geäußert. Das Thema sei "sehr komplex" und Abos seien für die meisten Developer besser.

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Phil Schiller

Phil Schiller – hier bei einer Apple-Präsentation.

(Bild: dpa, Screenshot: Apple)

Developer, die darauf hofften, dass Apple im App Store endlich die Möglichkeit zum Verkauf bezahlter Upgrades schafft, müssen sich vermutlich noch länger gedulden. Das legen Aussagen nahe, die Apple-Marketingchef Phil Schiller gegenüber dem indischen Sender NDTV tätigte. Der oberste Boss der verschiedenen Softwareläden des Konzerns sagte demnach, der Grund, warum diese Funktion noch immer fehlt, sei, dass es sich dabei um ein "komplexeres Problem" handelt, als viele Leute wüssten.

Das Nachdenken über komplexe Probleme sei zwar Apples Job, doch der App Store habe "so viele erfolgreiche Meilensteine" genommen, weil "das Geschäftsmodell für Kunden Sinn macht". Upgrades erinnern Schiller dagegen an alte Zeiten, als Software noch verpackt im Laden erworben wurde. Er wüsse zwar, dass dieses Modell für "einige Entwickler" noch "sehr wichtig sei", doch für die meisten sei das nicht Teil der zukünftigen Entwicklung. "Ich glaube, für viele Entwicklerist das Abomodell ein besserer Weg, als sich ein paar Funktionen auszudenken und dann andere Preise für Upgrades zu verlangen als für bestehende Kunden."

Schiller sagte auch, ein Upgrade-Modell würde "viel Ingenieursleistung" binden, was wiederum Arbeitszeit für andere Funktionen kosten könnte. Er nannte unter anderem die Implementierung unterschiedlichere Preise für unterschiedliche Kundengruppen. Apple bietet allerdings bereits Bundle-Preise für mehrere Apps gemeinsam an. Echte Hoffnung für eine baldige Implementierung von Upgrade-Möglichkeiten machte Schiller nicht. Er schloss die Funktion aber nicht grundsätzlich aus. "Wir werden uns weiter mit den Entwicklern darüber unterhalten, was auf deren Liste das wichtigste ist." Er forderte Developer auf, sich zu melden, wenn Upgrades dazugehörten. Apple wolle hier "offen bleiben", aber die Umsetzung sei "eben schwerer, als vielen Nutzern bewusst ist".

Die Aussagen des App-Store-Chefs passen zu einer aktuellen Debatte unter iOS- und macOS-Entwicklern, die in der vergangenen Woche hochkochte. Der Developer Matt Gemmell hatte Apple in teils harschen Worten vorgeworfen, den Softwaremarkt mit seinem App Store geschädigt zu haben. Zu den seiner Meinung nach fehlenden Funktionen gehört auch das Anbieten bezahlter Upgrades. (bsc)