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Apples Musik-Netzwerk Connect gescheitert

Das in Apples Musik-Streaming-Dienst integrierte Netzwerk ermöglichte es Künstlern, Fans mit Inhalten zu versorgen. Nun sägt Apple die Funktion ab.

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Rapper Drake

Rapper Drake bei der Präsentation von Connect auf einer Apple-Keynote.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach/dpa)

Apples Künstler-Netzwerk Connect hat ausgedient. Im Rahmen einer Neugestaltung der Musiker-Seiten des Streaming-Dienstes Apple Music streicht Apple zugleich die Option für das Veröffentlichen von Inhalten über die Connect genannte Plattform: Postings auf Connect werden ab sofort nicht mehr unterstützt, wie das Unternehmen im Kleingedruckten eines Support-Dokumentes über die neuen "Artist Pages" aufführt.

Damit geht zugleich einher, dass Connect-Beiträge von den Künstler-Seiten und aus dem "Für dich"-Bereich von Apple Music entfernt werden, wie Apple in einem von 9to5Mac veröffentlichten Schreiben gegenüber registrierten Musikern mitteilte. Alle bislang auf Connect veröffentlichten Inhalte sollen bis zum 24. Mai 2019 noch über die Suchfunktion aufzufinden sein, heißt es darin – anschließend werden sie offenbar gelöscht. Künstler können weiterhin eigene Wiedergabelisten einstellen und eine "personalisierte" Radio-Station anlegen, schreibt Apple.

Prominente Platzierung zum Start von Apple Music

Connect gehörte zum Start von Apple Music im Jahr 2015 zu den Kernfunktionen des Streaming-Dienstes, mitsamt einer prominenten Platzierung in der auf jedem iPhone und iPad vorinstallierten Musik-App. Die als eine Mischung aus Soundcloud und Facebook gestartete Plattform sollte Künstlern ermöglichen, jederzeit neue Inhalte – auch Musik – zu veröffentlichen, um so Fans bei Laune zu halten.

Um dem Netzwerk Leben einzuhauchen, wurden Apple-Music-Nutzer anfangs automatisch zu Followern aller Bands und Künstler, deren Musik sie in ihrer Bibliothek hatten – das dürfte so manchen Nutzer dazu gebracht haben, das Netzwerk abzuschalten.

Connect ein "dürres Ödland" mit fehlenden Funktionen

Auch von Seite der Künstler war schnell Kritik zu vernehmen, selbst viele Monate nach der Einführung fehlten etliche Grundfunktionen eines sozialen Netzwerkes.

Die geringe Interaktion von Fans ließ Apple Music Connect zudem als "dürres Ödland" erscheinen, schrieb ein Musiker – Leben konnte dem Netzwerk nicht mehr eingehaucht werden. Entsprechend sinnvoll scheint es, die inzwischen oft Jahre alten Postings nun von den Künstlerseiten zu entfernen, Connect hatte Apple mit zurückliegenden Software-Updates bereits schrittweise in Untermenüs versteckt.

Apples verausgehendes Musik-Netzwerk Ping wurde ebenfalls nach wenigen Jahren eingestellt. Apple-Music-Nutzer können seit iOS 11 wahlweise Wiedergabelisten und ihre Hörgewohnheiten mit Freunden teilen.

Die Einstellung von Connect erfolgt nur wenige Monate nach einem Führungswechsel bei Apples Streaming-Dienst. Apple Music hat sich drei Jahre nach dem Start als klare Nummer 2 im Musik-Streaming-Markt mit inzwischen über 50 Millionen zahlenden Abonnenten etablieren können, hat es bislang aber nicht geschafft, zu Spotify aufzuschließen. (lbe)