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Apples Sandboxing-Vorgaben sorgen für Mac-Entwickler-Frust

Das Webseiten-Tool RapidWeaver darf nach Apples Ansicht keinen Lesezugriff auf Dateien in vorgegebenen Verzeichnissen erhalten.

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macOS 10.14 bringt einen renovierten Mac App Store – in Anlehnung an die iOS-Version.

(Bild: Apple)

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Apples restriktive Sandboxing-Vorgaben bleiben ein Ärgernis: Dem altgedienten Webseiten-Tool RapidWeaver wurde eine Sondererlaubnis verweigert, die Lesezugriff auf vorab definierte Verzeichnisse ermöglicht hätte und so die Unterstützung von Plugins erlauben würde.

Die gewünschte Berechtigung ("Temporary Exception Entitlement") sei "nicht angemessen", erklärte ein Apple-Prüfer in dem Schreiben an die Entwickler. Man verstehe, dass dies "die Zulassung für den Mac App Store verhindern könne" und rate deshalb dazu, "andere Wege auszuloten, um die gewünschte Funktion umzusetzen", heißt es in der Nachricht des Konzerns. Die kommende Version 8 von Rapidweaver werde "vielleicht doch nicht in den Mac App Store kommen", schrieb Dan Counsell, Gründer des Entwicklerstudios Realmac Software, in einer ersten Reaktion auf Twitter.

Sandboxing koste "wie immer" unzählige Entwicklungstage und bringe die Veröffentlichungsplanung durcheinander, betonte Counsell, für Pro-Apps mit Plugins seien Apples strikte Sandboxing-Vorgaben für den Vertrieb über den Mac App Store keineswegs "trivial".

Apple hat zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni angedeutet, dass sich die Sandboxing-Vorgaben lockern könnten: Der Mac-Hersteller kündigte an, dass prominente Indie-Developer in den mit macOS 10.14 Mojave neu aufgelegten Mac App Store zurückkehren und große Anbieter wie Microsoft und Adobe ihre Software dort erstmals anbieten wollen. Bislang ist allerdings unklar, welche neuen Bedingungen und Richtlinien gelten.

Im Verlauf der letzten Jahre hat eine Reihe prominenter Mac-Programme Apples Software-Laden verlassen. Neben den problematischen Sandboxing-Vorgaben führen Entwickler vor allem längere Wartezeiten bis zur Veröffentlichung, eine starre Preisgestaltung und fehlende Upgrade-Angeboten gegen den Store an – sowie den Verlust des direkten Kundenkontakts. Im Unterschied zu iOS können Entwickler ihre macOS-Software nach wie vor auch außerhalb des App Stores vertreiben. (lbe)