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Apples iCloud: Datenanfragen zur nationalen Sicherheit nehmen deutlich zu

Die schon Anfang 2017 stark gestiegenen “National Security Requests” der US-Regierung haben laut Apple im zweiten Halbjahr weiter zugenommen. Künftig will der Konzern offenlegen, wie viele Apps auf staatliche Anweisung hin entfernt wurden.

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(Bild: dpa, Mark Lennihan/AP)

Die US-Regierung hat die Anfragen zur nationalen Sicherheit bei Apple massiv erhöht: Nach einer Vervierfachung im ersten Halbjahr 2017 sind die “National Security Requests” weiter gestiegen, wie aus Apples jüngstem Transparenzbericht hervorgeht, der nun das zweite Halbjahr 2017 abdeckt. Die Menge der Anfragen habe in diesem Zeitraum zwischen 16.000 und 16.250 gelegen, davon waren zwischen 8000 und 8249 iCloud-Accounts betroffen.

Diese Anfragen unter dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) oder als National Security Letter (NSL) ermöglichen US-Regierungsbehörden, bestimmte Metadaten anzufragen ohne dafür eine richterliche Anordnung einholen zu müssen. Unternehmen dürfen lediglich diese gestaffelten Angaben zur Zahl der betroffenen Benutzerkonten preisgeben und keinerlei weitere Details über die Fälle veröffentlichen. Ein Zugriff auf “Massendaten” sei nicht erfolgt, betont Apple auch im jüngsten Transparenzbericht wieder.

Weltweit gab es im zweiten Halbjahr 2017 rund 3400 Anfragen staatlicher Stellen zu insgesamt knapp 10.800 iCloud-Accounts. In gut 80 Prozent dieser Fälle wurden Daten preisgegeben, erklärt Apple. Zu 717 Anfragen hat Apple nach eigener Angabe iCloud-Inhalte – darunter fallen etwa iPhone-Backups, Fotos, E-Mail, Adressbuch oder Kalender – an Behörden preisgegeben, der Großteil davon entfiel auf US-Strafverfolgungsbehörden, in einem Fall gingen iCloud-Inhalte auch an deutsche Behörden.

iCloud-Inhalte wie iPhone-Backups wurden laut Apple nur in sehr wenigen Fällen herausgegeben.

Man gebe nur die “kleinstmögliche Menge an Daten “ heraus, schreibt Apple – jeder Fall werde von der Rechtsabteilung des Konzerns geprüft. Zu vielen – aber nicht allen – iCloud-Daten besitzt Apple den Schlüssel.

Darunter fallen etwa auch iOS-Backups, die einen Großteil der Nutzerdaten umfassen und standardmäßig automatisch erstellt werden, sobald man sich mit einer Apple-ID anmeldet.

Ein erheblicher Teil der weiteren Anfragen zu Apple-Geräten und iCloud-Accounts steht in Zusammenhang mit Betrugsfällen, Diebstahl und Geräte-Verlust, wie Apple anmerkt. So habe es beispielsweise aus Deutschland eine hohe Anzahl an Geräteanfragen gegeben, bei denen es sich wohl um Ermittlungen zu Diebstählen handele.

Ab dem zweiten Halbjahr 2018 will Apple den Transparenzbericht um eine wichtige Zahl erweitern, wie das Unternehmen ankündigte: Künftig wolle man auch aufführen, wie viele Anfragen staatlicher Stellen es gibt, um Apps aus dem App Store zu entfernen.

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(lbe)