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Apples irisches Rechenzentrum noch immer nicht genehmigt

Schon vor zweieinhalb Jahren hatte der iPhone-Produzent ein iCloud-Data-Center für die Grafschaft Galway im Westen des Landes angekündigt. Doch Anwohner wehren sich seither erfolgreich gegen die Ansiedlung.

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Apples irisches Rechenzentrum noch immer nicht genehmigt

Ungefähr so wie auf dieser computergenerierten Aufnahme soll die Anlage einmal aussehen.

(Bild: Apple)

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Die Errichtung eines ersten Apple-Rechenzentrums auf der grünen Insel entwickelt sich zur unendlichen Geschichte: Die Anlage in Westirland wird nach wie vor durch Einsprüche von Anwohnern aufgehalten. Apple hatte seine europäische iCloud-Data-Center-Strategie bereits im Februar 2015 angekündigt. Damals war mitgeteilt worden, dass in Irland und Dänemark insgesamt 1,7 Milliarden Euro investiert werden sollen.

Wie die Zeitung Irish Times nun schreibt, wurde ein Gerichtstermin, bei dem über das Planungsverfahren entschieden werden sollte, von Ende Juli auf Mitte Oktober verschoben. Schon zuvor hatte es aufgrund von Richterausfällen Verzögerungen gegeben. Apple hatte für die iCloud-Anlage in Athenry in der Grafschaft Galway insgesamt 850 Millionen Euro ausgeben wollen.

Das Ministerium für internationale Entwicklung in Dublin zeigte sich von der Entscheidung sehr enttäuscht. Man hoffe dennoch auf ein "positives Ergebnis". Gegenüber der Wirtschaftsseite Business Insider UK sagte ein Vertreter einer Anwohnerinitiative, die sich für den neuen Apple-Standort einsetzt, einige Bürger hätten "die Hoffnung total verloren" und fürchteten, dass durch die Verzögerungen das ganze Investitionsklima für den Westen Irlands getrübt werden könnte. "Es könnte zu Langzeitschäden für unser Land kommen, nur weil wir es nicht schaffen, uns zusammenzureißen."

Bei dem Konflikt geht es unter anderem um die Frage, ob Apple zu große Waldflächen für die Anlage abholzen will – obwohl es Ausgleichsflächen geben soll. Die Kläger sagen zudem, dass es durch den zuständigen Planungsausschuss keine ausreichende Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben habe. Im Dorf scheint man allerdings zumeist für Apple zu sein: Im vergangenen Herbst gab es sogar eine Demonstration für die Ansiedlung des Konzerns, der 300 Arbeitsplätze schaffen will.

Apple hatte kürzlich angekündigt, in Dänemark ein zweites iCloud-Rechenzentrum hochziehen zu wollen. Die Anlage ist für einen Ort kurz hinter der deutschen Grenze – ungefähr 30 Kilometer von Flensburg entfernt – vorgesehen. Apple will sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen mit Strom versorgen lassen und hatte die dänische Infrastruktur gelobt. (bsc)