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Aus iCloud gephishte Promi-Nacktbilder: Angeklagter will sich schuldig bekennen

Den Zugang zu über 300 iCloud- und Gmail-Accounts soll sich der US-Amerikaner durch Phishing erschlichen haben – darunter auch zu Benutzerkonten von Prominenten.

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(Bild: dpa, Armin Weigel/Symbolbild)

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Ein 28-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Illinois muss sich vor Gericht für den illegalen Zugriff auf über 300 Apple- und Google-Accounts verantworten. Im Rahmen eines "Plea Deals" wolle er sich dafür schuldig bekennen, teilte die Staatsanwaltschaft in Kalifornien mit. Das "Hacken von Online-Accounts zum Klau persönlicher Daten" verletze nicht einfach nur die Privatsphäre des Opfers, betonte die zuständige Staatsanwältin, sondern sei auch ein schwerer Verstoß gegen Bundesrecht.

Dem Angeklagten Edward Majerczyk droht nun eine fünfjährige Haftstrafe, wegen seiner Geständigkeit könnte diese aber auf sechs bis zwölf Monate verringert werden. In einem ähnlichen Fall hatte die Staatsanwaltschaft vor kurzem eine Haftstrafe von achtzehn Monaten empfohlen.

Mit Phishing soll sich Majerczyk von Ende 2013 bis Mitte 2014 Zugang zu den iCloud- und Gmail-Konten verschafft haben. Die vorgeblich von Apple und Googles Sicherheits-Teams stammenden E-Mails lockten die Opfer auf eine manipulierte Login-Seite, die Benutzernamen und Passwort an den Angeklagten übermittelte. Majerczyk hat laut der Staatsanwaltschaft unter anderem private Fotos und Videos aus den über 300 Accounts bezogen, darunter aus mindestens 30 Benutzerkonten von Prominenten.

Im Herbst 2014 waren zahlreiche Nacktbilder von Prominenten – darunter die Schauspielerinnen Jennifer Lawrence und Kirsten Dunst – veröffentlicht worden, ursprünglich wurden die Fotos im Imageboard 4chan verbreitet. Die "Celebgate" oder "The Fappening" genannte Aktion sorgte für erhebliches Aufsehen, Apple baute anschließend den Schutz der hauseigenen Zwei-Faktor-Authentifizierung aus, um auch den Zugriff auf iCloud-Backups zu sichern. Die Fahnder seien bislang allerdings nicht in der Lage gewesen, Majerczyk mit der Veröffentlichung der Fotos in Verbindung zu bringen, merkt die Staatsanwaltschaft an.

In den vergangenen Monaten hatten sich bereits zwei weitere US-Amerikaner für den Klau von Nacktfotos aus iCloud- und Gmail-Konten für schuldig erklärt, auch hier ließ sich offenbar keine direkte Verbindung zu der Veröffentlichung der Bilder ziehen. (lbe)